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Pokal-Aus in Horben ???

Das war die Meinung am Freitag-Abend als man sich im Bezirkspokal vom Tabellenführer der Bereichsliga Horben mit 2:2 trennte. Die Meinung war, dass bei unentschieden und ausgeglichener Berliner Wertung der niedrigklassigere Verein, somit Horben, weiterkommt. Wie es nun alle besser wissen, sagt die Bezirksturnierordnung was anderes aus. Die Klassenregelung wurde vor Jahren bereits abgeschafft. Nun muss wohl noch ein Entscheidungsblitz nachgeholt werden.

Die Horbener sind im Pokalkampf mit einer sehr starken Mannschaft angetreten. Der Bereichsligist verfolgte eine Weißstrategie, die sehr erfolgreich war. Bereits nach kurzer Zeit konnte Thomas Buttenmüller an Brett 2 bereits einen Sieg vermelden. Jens Alber fand sich in der Eröffnung nicht zurecht und griff fehl. Auch Alex Lang am dritten Brett behandelte die Eröffnung nicht sehr gut und stand schlecht. In der Folge konnte er einen Bauernverlust nicht vermeiden und versuchte durch Opfer zu Gegenspiel zu kommen. Kurze Hoffnung keimte auf da sein Gegner FM Johann Haker versucht war nicht den besten Zug zu machen, hielt aber rechtzeitig inne und fand den einzigen Zug, der den Sieg für den Horbener sicherte. An Brett 1 konnte Mario Rösch mit starkem Spiel gegen den zwoeinser Thomas Ahner die Oberhand behalten. Auch Edi Kais konnte an Brett vier gegen Bertram Bengsch einen Sieg zum 2:2 Endstand verbuchen. Eine starke Leistung für Oberwinden, da Horben nach DWZ-Erwartung deutlich favorisiert war.

Nun müssen beide Mannschaften nochmal alle Spieler für ein Entscheidungsblitz ans Brett bekommen. Dieses erfolgt dann in gleicher Aufstellung mit vertauschten Farben.

Eins, drei und vier gewinnen, Zweite verliert

Drei Siege und eine Niederlage brachte der 4. Spieltag der Verbandsrunde für die SCO Mannschaften. Einen ganz schlechten Tag erwischte die Zweite-Mannschaft in der Landesliga. Gegen die, an diesem Spieltag nicht bezwingbare, Mannschaft von Villingen-Schwenningen kam die Zweite schwer unter die Räder. Die Doppelstädter konnten einen glatten 8:0 Sieg für sich verbuchen.

Einen besseren Tag erwischte die Erste, die gegen Lahr in der Verbandsliga anzutreten hatte. Die Lahrer überraschten mit IM Lerch am ersten Brett, mussten aber auf viele französische Spieler verzichten. Bei Oberwinden fehlten auch die zwei Spitzenbretter wobei sich das aufrücken nicht negativ bemerkbar machte. Die Wertungszahlen versprachen einen spannenden Kampf  mit ausgeglichenen Paarungen an den meisten Brettern.

Als erster beendete Edi Kais an Brett 5 seine Partie mit einem Remis. Kurz darauf kam Oberwinden durch Sieg von Mannschaftsführer Alex Lang an Brett 7 in Führung. Sein Gegner spielte etwas passiv und sah Ausgangs der Eröffnung nur eine Option, die ihn nicht nur zwei Bauern kostete, sondern ihn auch noch in eine passive Stellung ohne jegliches Gegenspiel drängte. Andi Wernet am 8. Brett konnte ebenfalls gewinnen und für Oberwinden auf 2,5:0,5 erhöhen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Basti Völker bereits einen Bauern mehr, allerdings nur noch wenig Zeit. Eine Einschätzung der vorderen vier Bretter versprachen zu diesem Zeitpunkt nur knappe 1,5 Punkte, so dass Basti auf ein Remisangebot verzichtete um die Chance auf einen Mannschaftssieg zu erhalten.

Ein schwer erkämpfter halber Punkt kam dann überraschend von Mario Rösch an Brett 1 durch ein Remis gegen IM Patrice Lerch. Man sagt zwar Turmendspiele sind alle Remis, ganz so eindeutig war es allerdings nicht. Als an Brett 4 Jürgen Schulte seinem Gegner zum Sieg gratulieren musste, witterten die Lahrer Hoffnung auf ein 4:4. In dieser Phase reklamierte Bastis Gegner nicht korrekt Remis wegen Stellungswiederholung, da Basti am Zug war. Basti wich der Zugwiederholung aus worauf sein Gegner einen weiteren Bauern einstellte, was Basti zum Sieg reichte. Auch Philipp Germers Gegner am 3. Brett versuchte alles und musste letztlich seine Partie verloren geben. Als letzter überlegte Daniel an Brett zwei ob er noch eine Gewinnfortsetzung findet, gab dem Remisangebot des 14-jährigen Lahrer Talents dann aber zum 5,5 zu 2,5 Endstand statt.

Oberwinden steht vorläufig auf dem zweiten Tabellenplatz. Sollte Sasbach sein Nachholspiel nicht verlieren, würden diese aber noch vorbeiziehen. Platz 1 belegt die Reservemannschaft des Zweitligisten Emmendingen, die mit zwei Groß- und zwei FIDE-Meistern Baden-Baden 3 deutlich mit 7:1 bezwang. Am Tabellenende steht Heitersheim, die diese Saison nicht ihre besten Leute ans Brett bringen und Pfullendorf. Diese beiden werden zusammen mit Lahr und Waldshut die Absteiger unter sich ausmachen.

Die dritte Mannschaft des SCO konnte gegen Denzlingen 3 einen klaren 5:3 Sieg erzielen und den ersten Tabellenplatz der Kreisklasse A behaupten. Siegreich waren Markus Mack, Martin Schneider, Oli Burger, Markus Trenkle und Axel Blattmann.

Auch die Vierte Mannschaft konnte ihren ersten Sieg feiern. Durch Siege von Michael Neuendorf, Tobias Weber und Felix Schindler, sowie einem Remis durch Johannes Wehrbein konnte Denzlingen 3 mit 3,5 zu 1,5 bezwungen werden. Mit diesem Sieg rückte man auf den 6. Tabellenplatz der C-Klasse vor.

Tabelle Verbandliga

Tabelle Landesliga

Tabelle Kreisklasse A

Tabelle Kreisklasse C

Bezirkspokal Kantersieg für SCO gegen Zähringen !

by Edi Kais

In der zweiten Runde, im Bezirkspokal, spielte SCO gegen die Dritte von Zähringen, die aber sehr stark antraten, so dass wir im Prinzip gegen die Erste spielen mussten. Die Freiburger waren auch Favorit gegen uns (DWZ Schnitt 2042 gegen 1961). Umso erfreulicher war der klare und nie gefährdete Sieg von uns !

Hier die Partien in zeitlicher Reihenfolge :

Brett 2   Kais (1996) – Neuner (2024)

Als erster konnte ich SCO in Führung bringen. Mit einer erst kürzlich entdeckten Spezialvariante gegen Slawisch (verzicht auf d4) konnte ich eine angenehme Stellung erreichen. Nachdem ich die Königsstellung von Johannes Neuner zerstören konnte, bekam ich eine gute Druckstellung. Im 32. Zug nahm schwarz  einen vergifteten Bauer und konnte bereits zwei Züge später nichts mehr gegen das drohende Matt finden.

1:0!

Brett 1   Loef  (2099) – Rösch (2181)

Mario konnte durch solides Spiel die Führung auf 2:0 erhöhen. Die Partie erinnerte an eine Partie von Boris Spassky – Robert Fischer, Reikjyik 1972, nur mit umgekehrten Farben. Damals schlug Fischer mit seinem Läufer einen Bauer auf h2 und bereute es wenig später. So ähnlich erging es Loef als er gegen Mario mit seinem Läufer einen Bauer auf h7 nahm aber  es ebenfalls nur wenig später bitterlich bereute, da er eine Figur verlor. Mario musste zwar  noch einige Defensivarbeiten leisten, brachte aber den Vorteil sicher nach Hause. Damit stand es 2:0!

 

Brett 3   Völker (2012) –Huber (2068)

Basti machte mit einer für ihn typischen starken Partie den Sack zu. Mit einer guten Leistung bewies er, dass die Statistik nicht lügt, indem er gegen die Pirc Verteidigung, die Variante mit Läufer c4 auspackte. Dieser Zug schneidet laut Statistik sehr gut ab für Weiß. Basti opferte in einer Stellung mit heterogenen Rochaden seinen e-Bauern, bekam starkes Druckspiel, konnte den  Lg7 abtauschen und  letztlich über die h-Linie eindringen, was die Entscheidung brachte.

3:0 !

 

Brett 4  Kuchenko (1976) – Alber (1656)

Als letzter kämpfte Jens mit Schwarz, gegen einen um 300 DWZ stärkeren Gegner. In einer spannenden und hochaktuellen Variante (Sizilianisch, Najdorf mit 6.h3) entstand ein typisches sizilianisches Gefecht. Weiß greift an, der schwarze König steht am Abgrund und dann…..steht Schwarz auf Gewinn !!

So einfach ist die Sache natürlich nicht, aber Jens machte einige schwer zu findende Verteidigungszüge, worauf sein starker Gegner Remis anbot, das Jens annahm. In der Schlußstellung hätte Jens sogar einen Turm gewinnen können, aber trotzdem eine super Leistung und das  i-Tüpfelchen auf einen gelungenen Abend.

 

3,5:0,5 gegen die favorisierten Gäste aus Freiburg.

Weiterhin ungeschlagen

ist die Erste des SCO in der Verbandsliga Süd. Bei starken Gottmadinger konnten wir zwar nicht mit dem (wertungsmäßigen) besten, dafür aber mit einem sehr kampfstarken Team antreten. Das winterliche Wetter hielt die Hegauer nicht davon ab, ihr stärkstes Team seit fast 3 Jahren aufzubieten. Der DWZ-Schnitt von 2183 gegenüber 2042 der Oberwindener lies ein eindeutiges Ergebnis zugunsten der Gottmadinger vermuten. Am Ende stand ein 4:4 wodurch die Elztäler einen Mannschaftspunkt mit nach Hause nahmen, wobei zwischendurch sogar ein Sieg zu erhoffen war.

Als erster war Daniel Sonnenfeld fertig und wurde seinem Ruf gerecht, dass egal wo er spielt er sicher einen halben Punkt holt. Dies bewies er auch am Sonntag als er gegen den Internationale Meister Alfred Weindl ohne Probleme ein Remis erzielte.  Leider lief die Vorbereitung unseres ersten Brettes IM Borya Ider leicht daneben; er hatte sich mit der falschen Farbe präpariert. Mit einer Anti-Sizilianisch-Variante hatte er zwar eine gute Stellung erreicht, geriet dann aber ins Hintertreffen und musste seinem Gegner zum Sieg gratulieren. Postwendend kam dann aber der Ausgleich durch Jürgen Schulte. Mit der “Shanghai”-Variante” 😉 im Königsinder konnte er einen Tempoverlust seines Gegners gewinnbringend ausnutzen und gewann.

In leicht besserer Stellung, aber leicht unter (Geschäftsreisen-) Zeitdruck  bot Andreas Wernet seinem Gegner Remis, was dieser mangels Erfolgsaussichten kaum ablehnen konnte. Am 8. Brett kam kurzfristig Martin Heß zu seinem ersten Verbandsliga-Einsatz für Oberwinden. Trotz der schwarzen Steine, die er führte, setzte er seinen Gegner in gewohnter Weise mit einem Gambit unter Druck. Ein scheinbares Figurenopfer nahm der Gegner vorsorglich nicht an, was diesen in der Folge einen Bauern kostete. Das entstehende Endspiel war immer besser für den SCO-Spieler, allerdings gab es keine eindeutige Gewinnfortsetzung. Martin versuchte zwar noch den Gegner durch ein Qualitätsopfer zu irritieren, der lies aber auch nach 5 Stunden Spielzeit nichts mehr anbrennen, so dass die Partie mit Remis endete. Eine starke Leistung von Martin gegen einen um knapp 200 DWZ-Punkte stärkeren Gegner. Ein weiteres Remis steuerte Philipp Germer bei. Standen im Mittelspiel die Figuren und Bauern beider Spieler etwas unkoordiniert auf dem Brett herum, konnte Philipp in ein leicht besseres Turmendspiel abwickeln. Letzten Endes fehlte ein Tempo um den ganzen Punkt sicherzustellen.

So spielten noch Michael Weber und Alex Lang. Michael musste nach erzwungenem Damentausch einen Bauern opfern und versuchte im Turmendspiel das Remis zu halten. Sein Gegner, amtierender U14 Meister der Schweiz, wusste aber Michael auszumanövrieren und den ganzen Punkt für Gottmadingen zu sichern. Die letzte Partie des Tages konnte der Mannschaftsführer Alex Lang für Oberwinden entscheiden. Sein Gegner opferte im Mittelspiel einen Läufer für zwei Bauern, wodurch dieser zwei starke Freibauern erhielt. Allerdings schaffte es Alex die Bauern in beidseitiger Zeitnot unter Kontrolle zu halten. Als die Zeitnot vorüber war, machte der Gottmadinger einen ruhigen Zug, um seine Stellung zu verbessern. Tatsächlich stellte er damit einen Bauern ein. Nach einigem Figurenlavieren konnte Alex nicht nur die Damen sondern auch einige Figuren tauschen und verblieb am Schluss mit einer gewonnenen Stellung, die er problemlos zum Sieg und damit zum Mannschaftsremis führte.

Mit 5 Mannschaftspunkten nach 3 Spieltagen belegt der SCO hinter Emmendingen und Sasbach den dritten Tabellenplatz in der Landesliga.

Verbandsliga Süd

Die Zweite Mannschaft musste in der Landesliga ersatzgeschwächt zum Abstiegskampf gegen die ebenfalls noch punktlosen Schachfreunde aus Sölden fahren. Obwohl deutlich unterlegen, kämpften die Oberwindener und waren einem Punktgewinn oder gar einem Sieg Recht nahe. Leider verlor man am Ende knapp mit 3,5:4,5. Hoch zu bewerten ist, obwohl nicht ganz fit, der Sieg von Edi Kais gegen einen “zwoeinser”. So macht man Elo-Punkte für den SCO.

Landesliga


Oberwinden 3 spielte im Markgräfler Land gegen deren Zweite. Ein deutlicher 6,5:1,5 Sieg sichert die alleinige Tabellenführung in der Kreisklasse A. Markus Oswald, nach langer Spielpause Torsten Wehrenbrecht, Michael Neuendorf, Martin Kury, Markus Trenkle und Axel Blattmann sorgeten mit Siegen für eine klare Sache.

Kreisklasse A

Unsere Jüngsten unterstützt durch Bernhard Blattmann spielten im Auswärtsspiel der C-Klasse in Simonswald. Der Aufstiegskandidat konnte die Oberwindener Equipe in Schach halten und gewann mit 4:1. Die Punkte für Oberwinden holten Bernhard Blattmann und Felix Schindler durch Remis.

Kreisklasse C

 

2. Spieltag Verbandsliga Baden- Süd

Oberwinden I – Heitersheim I   6 : 2

Am 5.11. stand der 2. Spieltag der Verbandsliga und zugleich der 1. Heimspieltermin an. Gegner war der SC Heitersheim. Da sowohl Oberwinden wie auch Heitersheim zum Ende der Saison eher in der 2. Tabellenhälfte zu erwarten sind, stand somit ein vorgezogenes “4-Punkte Match” zur Debatte. Der zuvor erwartet ausgeglichene Mannschaftskampf sollte sich schon auf dem Papier zugunsten von Oberwinden ausdrücken. Die Heitersheimer konnten aufgrund von Abitur – und Studiumsverpflichtungen ihrer jungen Nachwuchsspieler nicht in voller Stärke antreten.
Oberwinden musste nur auf ihren spielstarken Kapitän urlaubsbedingt verzichten. Nach der üblichen Bekanntgabe der Aufstellung konnte kurz nach 10 Uhr mit dem vorgezogenen Endspiel begonnen werden. Als ich 30 min nach Spielbeginn meine erste Brettrunde drehte stellte ich erleichtert fest, dass die Eröffnungen überall solide verliefen und hatte für den weiteren Kampfverlauf ein gutes Gefühl. Dieses Bauchgefühl bestätigte sich als Phillip Germer an Brett 4 mit den weißen Steinen nach ca. 3 Stunden eine schöne Angriffspartie vollenden konnte.
Oberwinden ging 1:0 in Führung, und die Stellungen an den Brettern 2 (Mario Rösch) , 5 (Jürgen Schulte) und 6 (Eddi Kais) machten einen hervorragenden Eindruck.
Die Schwarzpartien von Sebastian Völker und dem Interimskapitän (Daniel Sonnenfeld) schienen solide , nur an Brett 1 (Emanuel Reinhard) zeichnete sich langwierige Verteidigungsarbeit ab. Diese Einschätzung meinerseits sollte sich bestätigen. Manu schaffte es zwar an Brett 1 nicht seine Stellung zusammenzuhalten, jedoch konnten Eddi und Jürgen ihre gut angelegten Partien gewinnen. Ungefähr zeitgleich zum Gewinn dieser Partien einigten sich sowohl Sebastian als auch Daniel mit ihren Gegnern auf Remis.
Es liefen noch die Partien von Andreas Wernet und Mario Rösch. Während Andreas ein Springerendspiel gefühlt locker für sich entscheiden konnte, musste unser Brett 2 (Mario Rösch) an diesem Tag Überstunden leisten. Marios Gegner (Daniel Prill) spielte zwar seit geraumer Zeit mit Minusbauern und beengter Stellung, verteidigte sich jedoch lange trickreich. Mario umging jedoch geduldig alle Fallstricke und belohnte sich selbst mit einer technisch sauber gespielten Partie und einem vollen Punkt. Um ca 16.30 Uhr stand somit das Endergebnis von 6:2 fest. Der wichtige 2. Spieltag war erfolgreich vollbracht und ich glaube alle Spieler waren froh, unserem Kapitän (Alex Lang), den Urlaub etwas zu versüßen. Ich danke allen für ihre hervorragende Leistung an diesem Tag und bin sicher, dass auf uns eine tolle Saison 2017/18 wartet.

Daniel Sonnenfeld

Oberwinden II – SC Dreiländereck II   2 : 6

Mit rund 200 DWZ pro Brett stärker erwies sich Dreiländereck als eine Nummer zu groß für Oberwindens Zweite. Ein übriges dazu beigetragen hat auch der Zugausfall auf der Elztalbahn, welcher dafür sorgte, dass zwei der Oberwindener Akteure abgehezt und gerade noch innerhalb der Karenzzeit am Brett eintrafen. Ein Dankeschön an der Stelle an die Gäste, die auf ihren Zeitvorteil verzichteten.

Oberwinden III – Schwarze Pumpe II   5 : 3

Nominell traten die beiden Mannschaften gleich stark an, aber letztendlich hat sich die Erfahrung aus der höheren Spielklasse (Oberwinden III ist im letzten Jahr freiwillig abgestiegen) durchgesetzt.

Oberwinden IV – SK Frbg Zähringen VII   1 : 3

Schade, dass beide Mannschaften nur mit 4 Mann antreten konnten. Dabei mußte Oberwinden auch noch das vierte Brett kampflos abgeben. Auf dem Papier klar schwächer war ein Unentschieden greifbar, da Tobias Weber eine Gewinnstellung erreichte. Leider reichte die Geduld dann nicht mehr aus, diese konzentriert zu verwerten und eine Springergabel des Gegners wendete das Blatt.

 

 

 

 

Vereinshistorie aktualisiert 1957-2017

Auf unserer Seite Vereinshistorie wurden die Dateien zur Vorstandsschaft, zu den Vereinstitelträgern und zu den Mannschaftsplatzierungen aktualisiert.

Vereinsblitzmeisterschaft: 1. Runde

Ein Blitzturnier ist wie eine Schachtel Pralinen, so oder zumindest so ähnlich wusste das schon der gute Forrest Gump im Jahre 1994. Soll nichts anderes bedeuten wie: Blitzpartien im Schach sind nie so klar, wie sie auf dem Papier aussehen. Tagesform und die richtigen Entscheidungen am Brett können immer zu einem spannenden Turnierabend beitragen.
Und so fanden sich zur 1. Runde unseres alljährlichen Vereinsblitzes 8 Gladiatoren ein, um auf dem Schachbrett die eine oder andere Klinge zu kreuzen. Nach einem Update über die aktuellsten Regelanpassungen der FIDE ging es dann auch direkt mit Spaß und dem nötigen Ehrgeiz los. Der bunt gemixte Haufen aus Spielern aller Oberwindener Mannschaften schaffte es das gesammte Blitzturnier ohne Regelstreitigkeiten, von der ersten bis zur letzen Partie, was keineswegs in jedem Blitzturnier der vergangenen 20 Jahre an dem ich teilgenommen habe selbstverständlich ist.
Einen hervorragenden Turnierstart hatten sowohl Eddi Kais als auch Sebastian Völker. Beide Spieler entschieden den Turnierausgang erst in der letzten Runde durch ihre Partie gegeneinander, in der diesmal Eddi die Nase vorn hatte.
Bei dem restlichen Feld lief es so wie es unser guter Forrest bereits zu Beginn des Berichtes erwähnte, mal hier etwas Glück und dort etwas Pech in einer Partie.
Als persönliches Highlight des Turnieres möchte ich noch erwähnen dass ich mich am allermeisten über die Partie gegen Martin Wissler gefreut habe, der nach ca 1 Jahr schachlicher Abstinenz mit mir und den anderen Vereinskameraden wieder am Brett die Klingen kreuzte, wunderbar!!!

Am Ende für alle, die eigentlich nur auf die Ergebnisse warten, der Endstand 🙂

1. Eddi Kais – 6 Punkte
2. Sebastian Völker – 5,5 Punkte
3. Daniel Sonnenfeld – 5 Punkte
4. Alexander Lang – 4 Punkte
5. Martin Wissler – 2,5 Punkte
6. Jens Alber – 2 Punkte
6. Thomas Ruf – 2 Punkte
8. Markus Mack – 1 Punkt

Ich Danke allen für einen schönen Schachabend und hoffe beim nächten Turnierabend weitere Spieler begrüßen zu können.

Daniel Sonnenfeld

Englisch lernen in Italien

Es gibt viele Gründe für eine Italienreise. In unserem Fall waren dies nicht nur die wunderschöne Landschaft am nördlichen Gardasee und das traumhafte Wetter, sondern auch der Wunsch zu lernen. Während Basti und Peter ihre profunden italienisch Kenntnisse weiter verbesserten, dies gilt sowohl für die Sprache wie für die Eröffnung, waren meine Ziele etwas bescheidener und ich arbeitete an meinen Englisch-Fertigkeiten, gemeint ist nur die Eröffnung.

Zum Abschluß unserer Schachwoche war nochmal so richtig viel geboten. Der Tretiner-Abend stand an. Was wie ein Heimatabend klingt, entpuppte sich als ein geselliger Abend ohne Programm, aber mit vielen Trentiner Spezialitäten sowohl in flüssiger wie auch in fester Form. Das ganze fand in herrlicher Atmosphäre in einem Ristorante einer alten Burg statt. Dabei konnte man viele der Schachkollegen besser kennen lernen. Eine etwas größere Gruppe kam dabei aus dem Weinort Stetten in Unterfranken. Ein Dorf, dass nach eigener Aussage auszieht, um die Welt zu erobern (super T-Shirt). Bedenkt man, dass der Ort 1000 Einwohner und über 100 Schachspieler hat, dürfte das vielleicht sogar klappen. Dabei haben sie auch ein Thema mit dem Jugendtraining, aber im Gegensatz zu uns sind dort keine Plätze mehr frei, sondern es müssen interessierte Jugendliche abgewiesen werden.

Außer dem Trentiner Abend gab es auch noch den Besuch der tollen Segantini Ausstellung, des idyllischen Garten des Bischoffs, jede Menge schöne Spaziergänge, Bar-Besuche, … Bei der Gelegenheit konnten wir auch feststellen, dass der deutsche Gartenzwerg inzwischen auch das Trentino erorbert hat (siehe Bild unten).

Natürlich waren das nur Nebensächlichkeiten und das Sportliche überwog. Wie schon berichtet war das Turnier hervorragend organisiert und die Turnieratmosphäre und -bedingungen perfekt.  Gewonnen hat letztendlich der Turnierfavorit IM Nikita Petrov (Rusland, Elo 2564) mit sehr starken 8 Punkten aus 9 Runden. Ihm folgten die GMs Valerian Gaprindashvili (Georgien, 2352,  7 Punkte) und Csaba Horvath (Ungarn, 2507, 6,5 Punkte). Sehr stark war auch Peter Dittmars Leistung, der mit ebenfalls 6,5 Punkten und lediglich 2 Buchholz weniger als der Drittplazierte Sechster wurde.

Auch Basti spielte ein hervorragendes Turnier und konnte mit einer absoluten Kampfleistung in der letzten Runde noch 5,5 Punkte und den 29 Platz erobern. Damit hat er sich gegenüber der Startliste um 18 Plätze verbessert und satte 20 Elo hinzugewonnen. Bei Fritz Maurer lief es nicht ganz nach seinen Wünschen. Er konnte zwar mit 5 Punkten seinen Startplatz bestätigen mußte aber wegen des schwächeren Eloschnitts seiner Gegner in Summe 22 Elopunkte abgeben. Diese kann er sich aber bald wieder zurück holen, da er im November bei der Seniorenweltmeisterschaft in Acqui Terme startet. Von hier aus schon mal viel Glück und Erfolg. Ich selbst konnte ebenfalls mit einem Schlussrundensieg 5 Punkte erreichen, meinen Startplatz um 9 Plätze übertreffen und war damit 40zigster mit einem Eloplus von 5. Unsere Vierer-Gruppe hatte dabei in der sechsten Runde ihr persönliches Highligt. Alle gewannen und dies mußte natürlich gefeiert werden.

Das Turnier war, was die Ratingpreise und Sonderpreise betraf, fest in ungarischer Hand. Dabei stellte die ungarische Delegation auch den größten Teil der weiblichen Teilnehmer.

Wie gut uns das Turnier gefallen hat, wird traditionell in “Ein Satz zum Open” zusammengefasst, dabei kann ja jeder selbst versuchen, den jeweiligen Satz dem richtigen Sprecher (Peter, Fritz, Basti, Andi) zuzuordnen 😉
“Schönes Wetter und viele Elo-Punkte.” – “Das beste sind die Analysen am Abend bei Wein und Cappuccino.” – “Schach und Sonne satt!” – “Tolle Gemeinschaft, tolles Turnier, super Ambiente und viel Platz.”

Abschließend noch ein Hinweis darauf, wie schön unser Sport ist. Im Turnier gab es die Begegnung Deyan Kostov (Jahrgang 2006) gegen Antonio Pipitone (Jahrgang 1926). Sowas gibt es wohl in keiner anderen Sportart.

Andreas Wernet

 

Endtabelle: Arco 2017 – Open A

 

Impressionen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

        

Ein paar Kleinigkeiten

Italienischer Brandalarm

Wer hat schon mal einen richtigen Feueralarm erlebt? Wir gehören seit dieser Woche dazu. 4:23 Uhr wurden wir durch einen sehr durchdringenden Ton unsanft aus dem Schlaf gerissen. Betrachtet man die davorliegenden anstrengenden langen Partiezeiten, das schwere Abendessen, die Analyse in der Bar unseres Vertrauen, die Partieeingabe und die Gegnervorbereitung, so kann man erahnen, daß die Bettgehzeit deutlich nach 0:00 Uhr lag. Umso fitter fühlt man sich nach dem unsanften Wecken. Verschlafen und verstört im dunklen Zimmer stehend gilt es, sich erstmal zu sortieren. Dies gelang Basti deutlich besser als mir und so hat er sich zunächst mit den anderen verschreckten auf den Hotelfluren irrenden Gästen kurz unterhalten, was denn los sei. Zu riechen war nichts, also gibt es 3 Möglichkeiten:

1. Es brennt, aber noch nicht in unserer Nähe.
2. Es ist ein Fehlalarm.
3. Die ortsansässige Zelle der in Italien so berühmten Organisation hat bewußt einen Fehlalarm ausgelöst, um in Ruhe eine Analyse der Gästewertsachen vorzunehmen, während diese draußen in der Kälte stehen.

Wir entschieden uns für 1. und 3. Dies hieß, schnelles Anziehen bei Einsammeln der Wertsachen und raus vor’s Hotel. Außer uns haben noch einige andere Gäste diese Variante bevorzugt, wobei es – wie im Schach – viele unterschiedliche Ausprägungen gibt. So standen schon welche unten, während andere mit frisch gepackten Koffern ca. 20 Minuten später kamen. Hier stellt sich natürlich schon die Frage nach dem Sinn.

Apropos 20 Minuten später. In unserem Hotel war weder die Nachtschicht besetzt, noch war die Brandmeldeanlage mit irgendwelchen Rettungszentren gekoppelt. Dies stellt man fest, indem man verzweifelt auf das Eintreffen des Hotelbesitzers oder der Feuerwehr wartet. Auch hier kam wieder Basti ins Spiel, der versuchte, irgendwelche Instruktionen (z.B. Notfallnummer anrufen) zu finden und dann kurzerhand einen italienisch-deutschsprechenden Schachkollegen sein Handy in die Hand drückte und ihn die Polizei anrufen ließ. Diese verständigte dann den Hotelbesitzer, der tatsächlich auch kam, die Anlage abschaltete und jetzt doch noch einige Diskussionen über sich ergehen lassen mußte. Unsere Arco-erfahrenen Schachkollegen blieben sicherheitshalber in ihren Zimmern im dritten Stock, nachdem sie ebenfalls keinen Brandgeruch feststellten. Ob dies eine altersbedingte Erkenntnis ist (‘irgendwann müssen wir alle sterben’) oder nur gewohnte Übung, wird noch besprochen. Da wir dann um kurz vor 5 Uhr leicht durchfroren wieder auf den Zimmern waren, nutzte ich die gewonnene Wachzeit noch für die Eingabe und Analyse meiner Partie, während Basti schnell wieder in den wohlverdienten Schlaf sank.

Olivias Olivenöl Offerte

Zugegeben, die Dame heißt gar nicht Olivia sondern Katharina und ist eine wirklich charmante und fachkundige Verkäuferin. Aber frei nach einer der führenden deutschsprachigen Zeitungen dürfen Überschriften aus Zwecken der Verständlichkeit schon mal gerade gebogen werden. Doch zum Thema: Wir gönnten uns auf Peters Empfehlung eine Beratung zum Thema Olivenöl in einem sehr kleinen aber auch sehr feinen Arco’er Geschäft: dem Succo. Wir waren in dem Fall Peter und ich, da Fritz Maurer, unser Berner Schachfeund und Tischnachbar, keine Lust hatte und Basti sich kurzfristig für die Gegnervorbereitung entschied. Mit den einleitenden Worten ‘wir kennen uns von einer Beratung vor 10 Jahren’ erntete Peter zwar nur ein skeptisches Lächeln, wir waren aber gleich in einem intensiven Gespräch. Um es kurz zu machen: Peter hatte absolut recht, die Dame ist einfach reizend und hat uns völlig überzeugt. Nach einer kurzen Verkostung gab es eine Bildschirmvorführung über die Produktion und einige wichtige Tipps, die hier im Nachgang dem interessierten Unkundigen zur Kenntnis gegeben werden. Nebenbei verkaufte sie uns noch selbstgepresste Säfte (sehr lecker), Olivenholz-Salatbesteck, einen entsprechenden Kochlöffel und natürlich von dem für die Qualität schon fast niedrigpreisigen Ölivenöl. Letztgenanntes relativiert sich allerdings, betrachtet man den absoluten Betrag. Zu den Tipps:
– auf ‘mechanisch gepresst’ achten, sonst ist es chemisch Gelöstes
– in dunklen Flaschen oder besser noch in Dosen, da Licht das Öl negativ verändert
– nie Trübes kaufen, wird als höherwertig beworben, ist aber das Gleiche wie Klares, nur wurden die Filterkosten gespart, was dazu führt, dass das Öl nach spätestens 2 Monaten deutlich an Geschmack verliert
– wenn möglich feststellen, ob die Oliven vom Boden gesaugt werden oder mit Netzen gefangen, Ersteres führt dazu, dass sehr viel Dreck und Steine mitkommen und Reste finden sich immer im Öl
– ob die Oliven mehrfach gewaschen wurden (siehe Kommentar oben)

Zum Schluss noch allgemein: je später die Lese, je dunkler die Oliven und je milder das Öl. Lasst es euch schmecken.

Die Suche nach dem Heiligen Gral

Gibt es ihn oder gibt es ihn nicht? Den Kelch in dem das Blut Christi bei der Kreuzigung aufgefangen wurde und nach dem schon seit Jahrhunderten gesucht wird. Falls es ihn gibt, wie sieht er aus? Ist es der Kelch eines einfachen Zimmermannes, ist es ein reichverzierter Goldkelch oder was ganz anderes? Wir können diese Frage hier natürlich nicht lösen, wir hatten aber auch ein ganz anderes Problem. Unser heiliger Gral war eine Seifenschale, die verschließbar sein mußte, um auf Reisen ein Stück Seife, welches auch mal benutzt wird, sicher für die restlichen Gepäckstücke (Nässe) transportieren zu können. Anfangs dachte ich nicht daran, dass uns dieser Wunsch eines nicht näher genannten Schachfreundes tagelang beschäftigen könnte. Doch er tat es. Da die Nachfrage immer das Angebot bestimmt, scheint es in der heutigen Zeit sehr unüblich zu sein, dass man Seife auf Reisen in Boxen transportiert. Na ja, nach gefühlten 4 Tagen, 10 Geschäften und einem typisch oberitalienischen Marktbesuch wurden wir in einem chinesisch geführten Tante Emma Laden, der damit warb, 50.000 Produkte ausgestellt zu haben fündig. Nur unserer Hartnäckigkeit war es dabei zu verdanken, dass dies gelang, den der Ladenbesitzer behauptete sowas nicht zu kennen. Letztendlich gab es das Markenprodukt in schlichtem Design der Farbe Transparent für 90 Cent.

Es gibt auch noch das Schachturnier

Das Schachturnier ist klasse. Ich habe noch nie ein Turnier gespielt, welches in einem sehr schönen, liebevoll dekorierten Raum, bei sehr angenehmen Platzverhältnissen für alle Spieler, mit ausreichend Licht an allen Brettern, genügend Toiletten, einer Bar vor der Tür und großzügigen Analysemöglichkeiten gesegnet war. Hier ist alles der Fall. Dem entsprechend Spaß macht es auch zu spielen. Momentan sind wir alle auf Kurs und bestätigen mehr oder weniger unsere Wertungszahl. Peter hat eine sehr gute Ausgangsposition, um ganz vorne mitzuspielen, allerdings auch noch ein paar echte Brocken vor sich. Dabei hat er der lebenden Legende GM Oleg Romanishin schon einen halben Punkt und sehr viel Wissen in Form einer ausführlichen Analyse abgenommen.

Der Zwischenstand nach 5 Runden:
Peter 4 Punkte und damit in der direkten Verfolgung eines Führungstrios mit 4,5 Punkten
Basti 3 Punkte
Fritz und Andi je 2,5 Punkte

Mehr Infos gibt es unter Chessresults

Der Tagesablauf

Um einen Einblick in den aus meiner Sicht recht stressigen Tag eines Schachtouristen zu gewähren noch eine Auflistung unseres typischen Tagesablaufs. In Arco beginnen die Runden bereits um 15 Uhr und damit eine Stunde früher als in unserem Standardturnier in Bad Wiessee. Was ich anfangs als unerheblich abtat, erweist sich in der Praxis als kriegsentscheidend. In der Regel sind wir um 9 Uhr beim Frühstück, starten um 10 Uhr zum Beispiel zu einer Besichtigung, einem Ausflug oder einem ausgedehnten Spaziergang, gönnen uns um 13 Uhr eine Kleinigkeit zu essen und haben dann sage und schreibe noch ca. 90 Minuten im Hotel für die Gegnervorbereitung und einen Powernapp bevor um 15 Uhr die Runde startet. Da irgendeiner immer länger spielt, sind wir in der Regel  gegen 21:30 Uhr mit dem Abendessen fertig, suchen uns eine Bar oder Kneipe (das heißt in Italien auf gar keinen Fall Kneipe) und analysieren die Partien. Gegen 0 Uhr geht’s auf den Heimweg, um noch schnell mit den Liebsten kommunizieren, die Partie einzugegeben, damit die Analyseergebnisse überprüft und festgehalten werden können, und noch schnell zu schauen,wie der Gegner morgen wohl eröffnet, um dann mit Entsetzen festzustellen: es ist schon wieder nach 1 Uhr und höchste Zeit fürs Bett.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Elo-Schwergewichte

Es ist wieder soweit und wir gönnen uns den Luxus einer Schach-Trainingswoche in Form eines Open-Turniers. Diesmal fiel die Wahl nach langem hin und her auf das wunderschöne alte Trentiner Städtchen Arco. Wie gehofft ist es auch im Oktober am ‘Nordufer’ des Gardasees (wovon wir ca. 5 km entfernt sind) noch wunderschön warm. Dies hatten wir bei der Anreise noch nicht zu hoffen gewagt, da beim Start in Waldkirch dichter Nebel herrschte, es kurz vor Sankt Gallen hagelte und nach dem Arlberg und über den Brenner Schnee unser Begleiter war. Doch wundersamer Weise hatte es dann, als wir kurz vor 19:30 Arco erreichten, plötzlich angenehme 19° Celsius.

Die Anreise war nicht nur durch Wetterkapriolen geprägt, sondern auch durch “Essenskapriolen”. So gab es als erstes durch eine Kurzzeitmitfahrerin selbstgemachten Orangenkuchen, der eigentlich ein Zitronenkuchen war, aber mangels Zitronen kurzerhand umgewidmet wurde. Dieser führte dann auch zu einer leichten Zeitverzögerung, da eine ‘Entbröselungs’-Pause unvermeidbar wurde, was aber bei der langen Fahrtstrecke nicht weiter ins Gewicht fiel. Nach dem leckeren Kuchen wurde das Ganze noch durch Birgits und Bastis Sankt Gallener ‘Jamaikanische Kürbissuppe’ mit selbstgemachtem Apfelkuchen getoppt. Auf der restlichen Etappe mußten noch ein paar Bifi-Sticks den kleinen Hunger zwischendurch stillen, bevor wir dann pünktlich zum Abendessen einfuhren und gleich mit einem 4-Gänge-Menü (Salat, Pasta, Fisch, Dessert) überrascht wurden.

Grund genug über das Thema Schwergewicht zu philosophieren. Der erfahrene Arco-Spieler Peter Dittmar wies uns gleich auf die Tatsache hin, dass eine Woche Arco ein Plus von 2 Kilo bedeuten. Das hieße bei einem ausgeglichenen Turnier gleiche Elozahl und mehr Gewicht ergo mehr Elo-Schwergewicht. Damit war der Reigen der sinnlosen Diskussionen gleich richtig am Laufen.

Es gab allerdings auch schon hilfreiche Tipps wie zum Beispiel die Erkenntnis, daß ein Handy bei Flugmodus keine Emails empfängt und die Steckdosen im Zimmer nur bei eingesteckter Zimmerkarte Strom liefern.

Doch nun zum eigentlichen Zweck unserer Reise, dem Schach. Das Turnier ist in A- und B-Open eingeteilt, wobei das A-Open mit einer Teilnehmerzahl von 119 beginnend mit IM Nikita Petrov (Elo 2564) gefolgt von 10 weiteren GMs und IMs bis hin zu Donat Ference Gulaci (Elo 1436) eine sehr breite Streuung aufweist. Irgendwie scheint Basti und mir aber das Glück hold und wir haben in der dritten Runde schon von 6 Gegner 3 FMs gehabt. Übrigens lohnt sich ein Blick in den Spielsaal und auf den Pokal (siehe Bilder unten). Ein schöneres Ambiente dürfte nur schwer zu finden sein.

Wer sich über das Turnier und den Verlauf informieren will, dem sei folgendes empfohlen:
– die Homepage
– die Ergebnislisten

Den Link zur Live-Übertragung habe ich heraus genommen, da er zur Verwirrung führte. Live Pariten können über die angegebene Homepage – Partite on-line – Open City de Arco LIVE aufgerufen werden. Dort sind auch alle bisher übertragenen Partien aufrufbar. Spielzeit ist ab 15:00 bis max. 21:00 Uhr.

Neben dem Schachlichen ist der Freizeitwert nicht zu unterschätzen, so haben wir die herrliche Gegend schon in Form von mehreren ausgedehnten Spaziergängen (z.B. auf die Burg und entlang des Flusses Sarca), einem echten italienisch-bayrischen Oktoberfest-Frühschoppen und gemütlichen Pausen in  der Sonne auf der Piazza Carlo Machetti genossen.

Impressionen: