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Bittere Niederlage

Eine bittere Niederlage musste unsere Erste am 4. Spieltag in der Oberliga einstecken. Man verlor mit 3:5 im Bezirksderby gegen Dreisamtal.

Trotz im Wertungsschnitt knapp 40 Punkte schlechter, sah es nach zwei Stunden sehr gut für das Oberwindener Team aus. Keiner stand schlecht, Manu hatte bereits einen Bauern mehr, Bernd bereits deren zwei und Daniel stand bereits auf Gewinn. Philipp hatte früh ein Remis erzielt, kurz danach setzte Manu seinen Vorteil in einen Sieg um, dem ein Remis von Borya an Brett 1 folgte.

Auch Jürgen hatte dann auf einmal ein Qualle mehr. Alex stand ausgeglichen und Mario führte im Königsinder die Königsflügelbauern auf des Gegners Rochadestellung zu. Es sah also wirklich gut aus. Doch je länger die Partien dauerten, desto mehr schlug das Pendel zu Gunsten der Dreisamtäler aus.

In beidseitiger Zeitnot griff der Schiedsrichter in Mario’s Partie ein, so dass dieser den Rhythmus verlor, den Gewinnzug nicht sah und die Partie verlor. In der Zwischenzeit musste Bernd nicht nur seine beiden Bauern zurückgeben, sondern hatte auch eine Qualität weniger, was sein Gegner sicher verwandelte.

Alex fand sich in einem Leichtfigurenendspiel mit einem gut postierten Springer für den Dreisamtäler gegen einen schlechten Läufer von Alex. Mit etwas mehr Rechenhärte hätte Alex die Partie Remis halten können. Leider spielte er zu schnell und verlor. Auch Jürgen konnte seinen Materialvorteil nicht verwerten und verlor seine Partie. Zum Schluss konnte Daniel seine schon länger bestehende Gewinnstellung in einen ganzen Zähler umwandeln.

Dass gleich 4 Partien, in denen man besser bis ausgeglichen Stand, zum Verlust kippten ist sehr ärgerlich. Wir können nur hoffen, dass sich das diese Saison nochmal ausgleicht.

 

Auf dem vorletzten Platz befindlich, trifft Oberwinden am nächsten Spieltag auf Zweitliga-Absteiger und Tabellenführer Baden-Baden. Die Bundesligareserve der Kurstädter will unbedingt wieder zurück in die Zweite Liga und setzt alles daran. Mit 4 Großmeister, 6 Internationale Meister, 2 Frauen Internationale Meister und 3 FIDE-Meister stellen sie den mit Abstand stärksten Kader.

43. Neujahrsturnier Umkirch

img_3618_aKurzfristig hat sich noch ein Oberwindener 4er-Team für das traditionelle Schnellschachturnier gefunden. Mit Mario, Blitz-Monster Martin, Franz-Paul als „Leihgabe“ von Simonswald und Alex war ein Team mit DWZ-Schnitt 1863 am Start. Damit waren wir an Nummer 13 gesetzt. Wir haben uns nicht viel ausgerechnet, umso besser lief es dann. Mit sechs Siegen und einem Unentschieden belegten wir in dem 11-rundigen Turnier den Siebten Platz. Zu unserer Überraschung konnten wir damit den Ratingpreis bis 2000 DWZ gewinnen Pokal und Wein siehe Bild.

Sieger wurde der Favorit Emmendingen hauchdünn mit einem Brettpunkt Vorsprung vor Zähringen. Schön, dass Horben eine starke Mannschaft stellte, die sogleich den dritten Platz belegte.

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Mario an Brett 1 schrammte knapp am Brettpreis vorbei. Alex spielte an 2 ein gutes Schach, auch wenn er in der letzten Partie noch einen sicheren Sieg durch einen unmöglichen Zug verpatzte. Das Blitz-Monster konnte an Brett 3 nicht ganz seine stärken Ausspielen, zumal er in seinen Standarderöffnungen hin und wieder die Zugfolgen verwechselte. Die Überraschung war Franz-Paul, der fast in jeder Partie stärkerer Gegnerschaft gegenüber sass, dabei eine sehr gute Figur machte und 50% holte.

 

 

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Klarer Sieg für die M&Ms beim Tandem-Turnier

tandem_sieger_webTraditionell ruht zwischen den Jahren in der Phase der sogenannten Rauhnächte einiges. So auch die klassischen Vereinsturniere des Schachclub Oberwinden und damit ist Zeit sich mal wieder mit „anderem“ Schach zu vergnügen. Dieses Mal stand ein Tandem-Turnier zwischen den Jahren an. Obwohl dies eine sehr beliebte Spielart ist und es wirklich starke Teams in den Reihen des SCOs gibt, war die Beteiligung gelinde gesagt mau. Ob es nun an der Kommunikation eine Woche vorher, an den vielen privaten Terminen um die Weihnachtszeit oder an der bequemen Couch zu Hause lag sei dahin gestellt. Letztendlich fanden sich drei Teams und 2 Zuschauer ein.

Die Lust der Anwesenden zu spielen war groß und so wurde eine Hin-, eine Rück-, eine Zwischen- und eine Endrunde vereinbart und es entbrannt ein sehr spannender Kampf um den zweiten Platz. Der erste war bei der Auslosung bereits vergeben, da die ausgewiesenen Tandemspezialisten Mario Rösch und Michael Kammerer zusammen kammen. Unter dem Namen „M&Ms“ verbreiteten sie auch von Anfang an Angst und Schrecken und konnten in allen Runden nur einmal geschlagen werden, nämlich durch die am Ende knapp Drittplatzierten „Underdogs“ Martin Schneider und Andreas Wernet. Die Zweitplatzierten  „Ossis“ Markus Wernet und Alex Lang, beide wohnen ja schließlich östlich von Oberwinden, hatten in den ersten beiden Spielen gegen die „Underdogs“ nur ein 1:1 erreicht. In der dritten Runde gab es dann einen knappen Sieg der „Ossis“, so dass schon alles klar schien, aber nachdem die“Underdogs“ gegen die „M&Ms“ gewonnen hatten wurde es nochmals richtig spannend. In der letzten direkten Begegnung mußte es sich also entscheiden und hier gewannen denkbar knapp die „Ossis“.

Trotz vieler psychologischer Spielchen, langen Monologen einzelner, hitziger Diskussionen vieler, unterschiedlichster Regelinterpretationen und so mancher Tricks und Kniffe am Rande der Legalität hatte der erfahrene Schiedsrichter Ulli Volk alles im Griff und konnte ohne Brettverweis die Partien leiten. Das bei dem im Tandem üblichen hohen Geräuschpegel Wolfgang „Fuchs“ Scherer die von Mario mitgebrachten schwierigen Übungen absolvieren konnte entzieht sich meinem Verständnis.

Andreas Wernet

Die Endtabelle:

M&Ms             7:1 Punkte
Ossis              3:5
Underdogs     2:6

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch

weihnachtsfiguren

3 Mannschaftspunkte für den SC Oberwinden

Am letzten Spieltag der Verbandsligen vor Weihnachten konnte der SC Oberwinden 3 Punkte erzielen. Dabei gab es einige geplante und ungeplante Ausfälle zu kompensieren, was nicht immer gelang.

Ebringen I – Oberwinden II   4:4 – packender Kampf endet letztendlich unentschieden

Oberwinden II als Aufsteiger aus der Bereichsliga durfte gegen den Absteiger aus der Verbandsliga, den SC Ebringen, ran. Die Vorzeichen schienen also klar. Da Ebringen allerdings nicht die allerstärkste Besetzung ans Brett bringen konnte und Oberwinden mal wieder mit sehr viel Kampfgeist ausgestattet war gab es einen sehr spannenden Fight. Bernd Banken, Peter Pauk und Martin Hess erreichten relativ schnell die Punkteteilung mit ihrem Gegner, was schon mal als gutes Omen gewertet wurde. Bei Bernd war dies von der DWZ absehbar, aber Martin und vor allem Peter hatten gegen stärkere Gegner zu bestehen. Als dann noch Michael Weber gegen seinen klar stärkeren Gegner gewinnen konnte lag sogar mal ein Sieg in der Luft. Andi Wernet und Thomas Ruf waren stark unter Druck, wie gegen Ende der Partie auch Christian Riotte. Während Andi dem Druck nicht standhalten konnte erzielten Thomas und Christian zwei wichtige Punkteteilungen. Torsten Becherer hatte damit das Zeug, um Man of the Match zu werden. Er baute von Beginn an seine Stellung aus und konnte nach einem Opfer seines Gegners eine sehr gute Stellung erreichen. Leider gelang es bei zunehmender Zeitnot nicht, diese in einen vollen Punkt zu verwandeln.  Das Remis von Torsten sicherte Oberwinden einen sehr wichtigen Punkt gegen den Abstieg und Ebringen ist noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen.

Ebringen II – Oberwinden III   5:3 – nach schwierigem Start knapp an der Sensation vorbei

Auch Oberwindens Dritte durfte in Ebringen antreten. Hatte man im letzten Jahr in Oberwinden spielend knapp mit 3,5:4,5 verloren, wollte man dieses Jahr Revanche nehmen. Der Start verhieß aber schon gleich, dass dies dieses Jahr nicht möglich ist. Durch kurzfristige Erkrankung eines Fahrers, konnte nicht mehr umorganisiert werden und so trat man nur mit 6 Mann an und war damit gleich mit 0:2 in Rückstand. Nach zwei Remisen von Martin Schneider und Alexander Diehl und zwei Siegen von Markus Wernet und Markus Mack gegen deutlich stärkere Gegner war plötzlich wieder alles möglich. Michael Neuendorf hatte gegen seinen 400DWZ stärkeren Gegner keine Chance und so lag es am Mannschaftsführer Wolfgang Scherer noch die Sensation zu schaffen. In leicht besserer Stellung übersah er aber eine vielversprechende Fortsetzung und so kam es zu einem sehr starken 3:5. Mit voller Besetzung wäre hier sicher viel möglich gewesen.

Horben III – Oberwinden IV   kampflos 8:0 – Spielermangel

Oberwindens Vierte mußte den Mannschaftskampf bereits im Vorfeld absagen. Wahrscheinlich der vorweihnachtlichen Terminanhäufung geschuldet gelang es leider nicht eine Mannschaft zusammen zu stellen. Hier kann man nur hoffen, dass im Neuen Jahr die Spielbereitschaft und -möglichkeit steigt.

Oberwinden V – Endingen V  3:1 – die Erwartungen erfüllt

Als einziges Team durfte Oberwinden V in dieser Runde zu Hause antreten. Zu Gast war Endingens Fünfte. Hatte man am zweiten Spieltag noch ein zähes Unentschieden in Endingen gegen deren Vierte erkämpft, so war der Sieg gegen Endingens Fünfte, welche nur mit 3 Mann antraten, nie gefährdet. Damit hat man wieder Kontakt zum Spitzenteam aus Denzlingen aufgenommen und liegt mit einem Punkt Rückstand auf Platz 3 der Tabelle. Das Ziel Aufstieg ist somit wieder in greifbare Nähe gerückt.

Die Ergebnisse im Detail:

zweite

dritte

fuenfte

Erste weiterhin ohne Punkt

Am dritten Spieltag in der Oberliga hatte unsere Erste in Ettlingen anzutreten. Da man letztes Jahr in Ettlingen beide Punkte entführen konnte wollten wir einen Sieg wiederholen. Fast in Bestbesetzung auf beiden Seiten, konnte ein enges Match erwartet werden. Nach den Wertungszahlen hatte Ettlingen insgesamt leichte, an den letzten Brettern große Vorteile.

Es entwickelten sich schnell interessante Stellungen, die zunächst am dritten Brett ein Remis für Mario Rösch brachte. Philipp Germer war verbrauchte mit einem Bauernraub mit seinem Springer etwas Zeit, was der Gegner zum Aufmarsch seiner Leichtfiguren und eines Turmes gegen Philipps Dame nutzte. Mit ständigen Abzugsdrohungen konnte der Ettlinger Material und schließlich auch die Partie gewinnen.

Eddi Kais auch beim zweiten Oberliga-Einsatz nicht zu schlagen.

Eddi Kais auch beim zweiten Oberliga-Einsatz nicht zu schlagen.

Am siebten Brett hatte Alex Lang eine aussichtsreiche Stellung erreicht. Mangels Plan und zu schnellem Spiel konnte seine Gegnerin sich befreien und in höchster Zeitnot die bessere Stellung erreichen. Alex versuchte zwar noch die Gegnerin zu verwirren, was leider nicht glückte. Folgerichtig gab Alex auf und es stand 0,5 zu 2,5. Auch Daniel Sonnenfelds Gegner am fünften Brett musste 15, 20 Züge mit nur einer Minute Restbedenkzeit + inkrement bestehen. Leider überzog auch Daniel und die Ettlinger machten einen weiteren Punkt.

Auch Borya Ider am ersten Brett konnte aus seinem Anzugsvorteil nichts machen. Sein Gegner konnte mit einem Mehrbauern ins Endspiel gehen, was Borya aber sicher Remis halten konnte. Eddie Kais spielte am achten Brett, erhielt aber einen anderen Gegner als erwartet. Dennoch konnte Edi seine Vorbereitung teilweise aufs Brett bringen. Leider verlor er im weiteren Verlauf die Qualität, konnte aber das Endspiel halten und bleibt auch bei seinem zweiten Einsatz ungeschlagen.

Am längsten spielen mussten Jürgen Schulte, der eigentlich auf den Zug wollte, und Manu Reinhart. Während Jürgen die Waffen strecken musste, konnte Manu ein Endspiel Turm gegen Läufer erreichen. Allerdings hatte der Gegner noch einen Freibauern, der ihm das Remis sicherte.

Insgesamt konnten wir in gegnerischer Zeitnot nicht die besten Züge aufs Brett bringen und haben verdient verloren. Im Live-Ticker kann man die Ettlinger Sicht auf die Partieverlaufe nachlesen.

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Am vierten Spieltag im Januar ist in Winden die Mannschaft von Dreisamtal zu Gast.

Zweitliga-Absteiger zu stark für Oberwinden

Am 2. Spieltag in der Oberliga war der Zweitliga-Absteiger aus Brombach zu Gast im Elztal. Da die Oberwindener einige Personalausfälle zu verzeichnen hatten, waren die Brombacher im Schnitt um 200 DWZ-Punkte besser aufgestellt. Dementsprechend klar war dann auch die Niederlage mit 1,5 zu 6,5.

Ein sicheres Remis konnte Eddi Kais mit den weißen Steinen am 6. Brett erringen. Ebenfalls Daniel Sonnenfeld am zweiten. Frühe Niederlagen mussten Mario Rösch (vertauschte die Zugfolge) und Alex Lang (fand nicht die richtige Fortsetzung) hinnehmen. Es folgten zwei weitere Niederlagen von Jürgen Schulte und Andi Wernet, bevor Philipp Germer ebenfalls ein Remis erzielte. Am Schluss versuchte Torsten Becherer noch sein schlechteres Läuferendspiel ausgeglichen zu gestalten, doch musste er nach 4,5 Stunden Spielzeit seine erste Oberliga-Niederlage hinnehmen.

Am nächsten Spieltag tritt Oberwinden in Ettlingen an, gegen die letztes Jahr gewonnen werden konnte.

sco-brombach

Auch unsere Reserve, die in der Landesliga gegen starke Donaueschinger anzutreten hatte, litt unter den Personalsorgen. Hier hatten die Gäste eine noch höhere Überlegenheit von über 250 DWZ im Schnitt. Auch dieses Match ging deutlich mit 2:6 verloren. Herauszustellen sind das Remis von Michael Weber am ersten Brett wie auch der sehr unterhaltsame Angriffsieg von Martin Hess. Ein weiteres Remis konnte Bernhard Schmitt erzielen.

sco-donaueschingen

Die dritte Mannschaft musste ihr Match in der Bezirksliga gegen Heitersheim kampflos aufgeben.

Ein Lichtblick war unsere Vierte Mannschaft, die in der B-Klasse gegen Endingen 2 einen ungefährdeten 5,5 zu 2,5-Sieg erspielen konnte. Gewinnen konnten Martin Schneider, Martin Kury und Axel Blattmann. Mit Remisen von Alex Diehl, Markus Wernet, Klaus Burger, Michael Neuendorf und Markus Trenkle konnte man an jedem Brett punkten.

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Auch die Fünfte Mannschaft, unsere Jugendlichen, konnten ihr Match siegreich gestalten. In der D-Klasse gewann man mit 3:1 gegen Heitersheim 4. Jakob Imhof, Felix Schindler und Tobias Weber gewannen ihre Partien. Johannes Wehrbein musste nach einem Dameneinsteller dem Gegner gratulieren.

sco-heitersheim-4

Tabellen und Ergebnisse gibt es wie immer beim BSV-Ergebnisdienst.

WM-Match Magnus Carlsen – Sergey Karjakin

nyc2016Seit Freitag läuft in New York das WM-Match zwischen dem Norwegischen Titelverteidiger Carlsen und dem Russen Karjakin. Der Russe ist in der Aussenseiter-Rolle, da er knapp 90 ELO-Punkte schlechter gerated ist.

Die ersten beiden Partien sahen mit einem „Tromp“ eine auf Spiztenniveau eher seltene Eröffnung. Es wurde gemunkelt, ob es sich dabei um einen Scherz von Carlsen in Bezug auf den neugewählten US-Präsidenten Donald Trump handelte. So zumindest meinte es Carlsens Vater.

In den ersten Partien war nicht allzuviel los, beide Spieler konnten jederzeit die Balance halten. Carlsen versuchte einfach in spielbare Mittelspielstellungen zu kommen. Da Karjakin aber sehr umsichtig agiert, hatte Carlsen noch keine Chance den Gegner lange zu kneten.

Das dritte Match läuft gerade und wie auch alle kommenden Matches können die Partien live auf nyc2016.fide.com/ (ist etwas gewöhnungsbedürftig) oder mit deutschem oder englischem Kommentar auf chess24.com verfolgt werden.

Bad Wiessee – Zum letzten Mal in der Wandelhalle, aber nicht zum letzten Mal mitgespielt

abschlussfotoÜber die Jahre wiederholen sich sicher die Worte, aber es ist doch auch ein schönes Zeichen, wenn wunderbare Opens auch wunderbare Opens bleiben. So war auch dieses Jahr Bad Wiessee wieder eine Reise wert. Zum letzten Mal in der Wandelhalle und zum letzten Mal in der Organisation von Horst Leckner gibt es nächstes Jahr eine Weiterführung in dem wunderschönen Gut Kaltenbrunn in der Nähe von Gmünd unter der Leitung von GM Sebastian Siebrecht, der sich als Organisator von vielen Schachveranstaltungen bereits einen sehr guten Namen erarbeitet hat.

Was gibt es noch aus dem letzten Turnierdrittel zu berichten? Dasbasti_rad Wetter war durchwachsen und so wurden es außer einer größeren Radtour von Basti und der Wanderung zum Neuhaus eher kleinere Rundgänge um Bad Wiessee, um uns das nötige Sauerstoffbad für die anstehenden Partien zu holen.  Bei unserer WG galt es natürlich abends die einzelnen Partien noch zu analysieren und schon aufgrund der schieren Anzahl von 6 Partien blieb dieses Mal keine Zeit für einen gepflegten Skat. Immerhin hat es zum Bundesliga Tipp gereicht, den der Verfasser dieser Zeilen für sich entschied und dessen Verlierer ihre Tippschulden auch umgehend beglichen. Neu eingeführt wurde der Taktik-Alarm von Alex, welcher für einige Diskussionen und manch witzige Wendung sorgte. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass Andi unerwartet Unterstützung in Form eines hier nicht genannt werden wollenden Sekundanten angeboten wurde. Dies erforderte zwar, dass Andi mit nur einer Stunde Vorbereitung auf seinen geliebten f-Bauernzug verzichten mußte und schweren Herzens das erste Mal zu 1. d4 griff. Da er mit dieser Eröffnung bis jetzt aber alle Partien gewinnen konnte, scheint sich hier eine neue große Leidenschaft anzubahnen. Die Funktion des Sekundanten ist überhaupt sehr hilfreich, wenn man das Ergebnis aus seinen letzten 3 Partien betrachtet: 3 Siege ;-).

GM Alexander Arashenko

Das diesjährige Turnier war mit  475 Teilnehmern wieder ausgebucht und am Ende gab es eine Spitzengruppe aus sieben Spielern, die alle 7,5 Punkte aus 9 Runden erreichten. Letztendlich gewonnen hat das Turnier GM Arashenko (Ukraine/2675 Elo) mit einem denkbar knappen Vorsprung in der Zweitwertung. Diese ist der Elodurchschnitt der Gegner und hier hatte er denkbar knappe  2 Elopunkte Vorsprung vor dem zweitplatzierten GM Nisipeanu (Dresden/2687). Inwiefern diese Zweitwertung sinnvoll ist oder ob bei einem Open die gute alte Buchholz herangezogen werden sollte, kann natürlich diskutiert werden. Übrigens kann in der Siegerliste nachgelesen werden, dass in den 20 bisherigen Turnieren der Sieger ganz oft den Namen Alexander trug. Die Plätze 3 – 7 belegten dann beginnend beim Dritten die GMs Gopal (Indien/2560), Zhigalko (Weißrussland/2669), Lalith (Indien/2586), Gupta (Indien/2626) und Landa (Russland/2601). Hier sieht man deutlich die Auswirkungen der Ära Anand.

oliDie Oberwindener Kämpfer, die ja immer unter dem Nachteil der Runde am Tag des Bräustüberl-Besuchs starten und somit faktisch schon in einer der neun Runden nicht voll Punkten können, hatten über den gesamten Turnierverlauf natürlich sehr unterschiedliche Situationen zu überstehen. So erreichte im Endklassement Jörg mit 5,5 Punkten den 101. Platz und bestätigte damit genau seinen Startrang. Sein Fazit: Eine wunderschöne Woche am Tegernsee, in der neben schachlich wenig außergewöhnlichem vor allem das Nebenprogramm den Reiz aus machte. Philipp erreichte am Ende 5 Punkte und Platz 140 (SR 88) und hatte viele sehr spannende Partien, in der aber leider oft das Pendel auf die falsche Seite ausschlug. Inwieweit der im Ernährungsplan der WG fehlende Kartoffelsalat das Zünglein an der Waage gewesen wäre, kann erst beim nächsten Open festgestellt werden. Auf jeden Fall ist Philipp eine Bereicherung für die WG und mit seinem Halb-Marathon-Training ein gutes Stück weiter gekommen.

alexAlex erreichte mit 5 Punkten Platz 151 (SR 160) und machte es seinen Gegnern immer sehr schwer. Schachlich war er bis auf einen kleinen Einsteller sehr zufrieden und als nächster Schritt geht es jetzt an das Thema Mittelspieltraining. Im Rückblick ist für ihn wieder ein wunderschöne Woche viel zu schnell vergangen, so dass keine Zeit für Vorgenommenes wie einen Schachflyer blieb. Basti erreichte 4,5 Punkte und ging damit als 249. ins Ziel (SR 182). Sein Statement:wasserfall_basti „Für mich ist es immer ein ELO-Grab, aber dennoch komme ich sehr gerne nach Bad Wiessee!“.  Oli schlug dieses Jahr richtig zu und erreichte mit 3,5 Punkten den 379. Platz. Als Meister der wenigen Worte seien hier seine wieder gegeben: viel zu sagen gibt es nicht, Punkteausbeute Top, in Eröffnungen deutlich sicherer, gut erholt,  Wetter in Summe gut, Essen und Bier gut, was will man mehr. Andi erreichte 5,5 Punkte und Platz 123 (SR 199). Dies klingt besser als es ist, da er zu Beginn des Turniers nur schwer in die Partien fand und dadurch in Summe zu viele Remis gegen schwächerer Gegner abgab. Hätte der Endspurt nicht noch 3 Punkte gebracht, so träfen Basti’s Worte auch auf ihn zu. Bleibt fest zu halten, dass die intensive Beschäftigung mit Schach über eine ganze Woche und die vielen tollen Erlebnisse in und mit der WG einfach super sind. Wie viel durch das gemeinsame und kompakte Vorbereiten, Spielen und Nachbereiten der Partien gelernt wird ist unglaublich. Dass dabei der Spaß nicht zu kurz kommt und in herrlicher Umgebung auch noch tolle Ausflüge möglich sind, rundet das Ganze ab.

Auch wenn der Abschied am letzten Tag durch Kälte und Schneefall erleichtert wurde, es wird ein Wiedersehen geben.

Übrigens:

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Noch ein paar Impressionen:

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Bad Wiessee: Die Ernährung eines Schachspielers

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Ein ganz normales WG-Mittagessen

Falls sich jemand die Frage stellen sollte wie sich der gemeine Schachspieler während eines anstrengenden Opens ernährt, sei hier das Geheimnis gelüftet. Frühstück in der Regel einmal alles von  Wurst über Käse, Gurken, Tomaten, Senf, verschiedene Marmeladen, Joghurt, (Bananen-)Kaba, Kaffee, Milch, Orangensaft und Brot oder Brötchen. Ab und zu auch noch ein Ei für den Cholesterinspiegel. Mittags lecker selbstgekochtes aus der Dose, dem Päckchen oder der Frischetheke des ortsansässigen Edekas. So gab es bereits Kartoffel-Lauchcreme-Suppe mit Wienerle, Chilli-con-carne mit Brot, Spaghetti Bolognese mit Salat, Röstkartoffeln und Leberkäs‘ mit Ei sowie einem leckeren Tomatensalat mit reichlich Zwiebeln oder ein leckeres Gulasch mit breiten Nudeln und Bohnen. Dank Oli gibt es ganz oft noch Verfeinerungstipps und das Ganze wird zum Gourmetmahl. Abends steht dann was Kaltes aus der Küche auf dem Programm. Joghurt, Bratwürste, Wurst- oder Käsebrot und für den kleinen Hunger zwischendurch so gesundes und vitaminreiches wie Gummibärchen, Erdnüsse, Chips und Schokokuchen. Besonders erwähnenswert sind die von Olis Bianca selbstgebackenen Schoko-Muffins, die in das kollektive Schachgedächtnis eingegangen sind und zur Legende wurden. Vielen vielen Dank für diese Köstlichkeit.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass die WG auch deshalb so klasse ist, weil man jeden Tag was gibt und dafür auch was bekommt. In meinem Falle war das Geben am Leberkäse-Spiegelei-Röstkartoffel-Tag, das richten des Frühstück und das Brötchen holen und das Bekommen waren die schon fast bühnenreifen Dialoge zwischen Koch ‚Alex‘ und seinen vielen freiwilligen Auskunftgebern wie was wie lange warum nicht anders  zu tun sei und wer nicht das oder jenes schnell übernehmen könnte.

Selbstverständlich haben wir auch schon der einheimischen Gastronomie, die ganz oft in Ostdeutscher Hand ist, die Chance gegeben. Fazit: Bisher kam noch nichts an unser Selbstgekochtes heran. Aber wir arbeiten weiter daran und deshalb ging’s in Tegernseer Bräustüberl zum Weißwurst-Frühstück und das kann natürlich die Badisch-Hessisch(Münchnerische)-WG nicht toppen.

partienahrung

klassische Partienahrung

Auch während einer Schachpartie ist es natürlich wichtig das Gehirn mit Energie zu versorgen. Hier gehen die Vorgehensweisen allerdings sehr weit auseinander. Während der eine auf Cola schwört, trinkt der andere nur stilles Wasser. Es gibt auch die Apfelschorle-, Tee-, Kaffee- oder Red Bull-Fraktion. Bei fester Nahrung ist das Range noch weiter. In der WG selbst gab es von Pick up über verschiedene Corny-Sorten, wobei vor allen Dingen das Erdbeer-Joghurt-Corny nur spärlich angenommen wurde, bis hin zu Studentenfutter alles. Auch kann man schon fast von einem Glaubenskrieg zwischen der Apfel- und der Bananen-Fraktion sprechen. Letzters war allerdings in den letzten Jahren ausgeprägte. Weshalb jetzt einer von uns auch noch ein Netz Zitronen kaufte bleibt sein Geheimnis. Sie wurden auf jeden Fall nie mit zur Partie genomen. Bei der Gegnerschaft gab es noch vieles mehr zu beobachten. Vom absoluten Asketen der sich kaum bewegt und schon gar nichts ißt oder trinkt, über den herzhaften Wurstbrot-Esser, die Zellufanfolien-eingepackte-Karottenesserin, den große-Becher-Joghurtlöffler,  den schmatzenden Bonbon-Lutscher bis hin zu Kindern, die von ihren besorgten Eltern allerlei Gesundes in einer Tuberbox mitbekommen. Es zeigt sich also mal wieder: Schach ist ein Sport für Jederman und jede Frau.