Beim Schach Schwein(egrippe) haben
November 16th, 2009 by Alex
Das Wort Schweinegrippe ist dieser Tage nicht nur in aller Munde, sondern auch in jeder Zeitschrift und auf jeder Homepage zu finden. Nun also auch auf unserer. Aber was hat Schweinegrippe mit Schach zu tun? Wer die Berichterstattung zum Tal-Memorial auf www.chessbase oder www.chessvibes verfolgt hat, weiß sicherlich um das Thema Schweinegrippe im Spitzenschach Bescheid. Zur fünften Runde gegen Magnus Carlsen erschien Vassily Ivanchuk mit Mundschutz. Dies führte zu einigem Gelächter bei seinen Großmeisterkollegen, was in einem Youtube-Video (http://www.youtube.com/watch?v=jMT4tOvJThA&feature=player_embedded ) schön aufgenommen wurde. Leider war nicht ganz klar, ob Ivanchuk den Mundschutz zum Selbstschutz (die Gegner waren teilweise erkältet) oder zum Schutz seiner Mitspieler, trug. Oder vielleicht auch einfach nur einen psychologischen Trick auspackte. Mit oder trotz dieser Maßnahme schaffte Ivanchuk zumindest ohne Probleme ein Remis gegen Carlsen. In den beiden folgenden Runden gegen Morozevich und Gelfand ging Ivanchuk dann jeweils als Sieger hervor. Auch in der vorletzten Runde spielte Ivanchuk Remis gegen Aronian und hatte damit in der letzten Runde noch die Chance auf den Turniersieg da er gegen den mit einem halben Punkt Vorsprung führenden Kramnik kam. Leider reichte es nur zu einem Remis und damit zum zweiten Platz!
Nun könnte man sich natürlich Fragen und was hat das Ganze noch mit dem Schachclub Oberwinden zu tun? Zum einen war auch die Schweinegrippe beim Turnier in Bad Wiessee zu Gast. Zumindest wurde das vermutet, da von der Turnierleitung zu Beginn empfohlen wurde, auf das Händeschütteln vor und nach der Partie zu verzichten. Außerdem denke ich, dass Vassily Ivanchuk einen Spion in Bad Wiessee hatte. Nach der siebten Runde saßen wir Oberwindener bei einem Bier zusammen mit unseren Bindlacher Schachfreunden. Axel Heinz lag zu dem Zeitpunkt mit 6 aus 7 hervorragend im Rennen um einen der vordersten Plätze. Leider quälte ihn aber schon die ganze Woche eine Erkältung. Unseren Vorschlag seinen Gegner am nächsten Tag mit einem Mundschutz zu schocken, führte auch hier zu einigem Gelächter. Leider nahm Axel unseren Vorschlag nicht ernst und was kam? Er verlor in der achten Runde und war damit leider aus dem Titel-Rennen. Mit der großmeisterlichen „Mundschutz-Variante“ hätte Axel sicherlich Eindruck schinden können und hätte wohl etwas mehr Schwein gehabt. Bin nun mal gespannt wieviele Spieler am Sonntag bei den Verbandsspielen mit der „Oberwindener Mundschutz-Variante“ am Brett sitzen.
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Schon wieder ist eine Woche vorbei: das letzte Frühstück gerichtet, das letzte Mal die Spülmaschine zu einer für die Dame unter uns wohnenden passenden Zeit angestellt, das letzte Mal im zu klein geratenen Bad geduscht, das letzte Mal die Schiebetür der Wohnung abgeschlossen und das ganze Gepäck wieder über die steile Treppe ins Auto gewuchtet. Eine wirklich sehr schöne Schachwoche geht zu Ende. Eine schöne Woche deshalb, weil nicht nur die Turnierorganisation, der Spielsaal, die sanitären Einrichtungen und das Catering perfekt waren, sondern auch weil Bad Wiessee, eine wunderschöne Umgebung mit vielen Freizeitmöglichkeiten bietet. Perfekt ist in diesem Zusammenhang vor allem auch der mit 16 Uhr recht späte Beginn der Runden. Die Langschläfer können ihrem Hobby frönen, während die Frühaufsteher, bzw. die Familienurlauber problemlos und ohne Zeitdruck etwas unternehmen können. Auch wenn die Ferienwohnung etwas angestaubt, die Müllkapazität zu gering und lebenswichtige Dinge wie Geschirr, Handtücher, Spülmittel über die ganze Wohnung in vielen kleinen Schubladen und Schränken verteilt waren, kann man die Ferienanlage Dr. Gärtner mit gutem Gewissen empfehlen. Wobei der Preis und die Nähe zum Spiellokal und See der große Pluspunkt ist. Gestern Abend fiel das gemeinsame indische Essen mit unseren Bindlachern Freunden aufgrund ihrer knurrenden Mägen und Andis unendlich langem und letztendlich Remisendenden Turmendspiel aus. So ging es für uns ziemlich spät alleine noch nach Tegernsee um zu einem wirklich hervorragenden indischen Essen noch die letzte Tegernseer Halbe zu geniesen. Leider hat der scharfe indische Curry sich nicht auf unser Spiel ausgewirkt.
Nachdem Alex gestern leider kampflos zu einem Punkt kam konnte er heute mit Weiß beweisen, dass er den Punkt auch verdient hat. Überraschend fand er sich nach einigen Zügen in einer Panow-Stellung mit Damen-Isolani, obwohl Caro-Kann gar nicht gespielt wurde. Auch Alex landete in einem Endspiel wobei im Gegensatz zu Andi die Schwerfiguren getauscht wurden und die Leichtfiguren mit Bauern übrigblieben. Die Partie endete Remis nachdem Alex’s Gegner trotz seiner 2182 Elo nicht sah, wie er den Isolani attackieren konnte. Damit schaffte Alex mit 5,5 Punkten Platz 95, verbesserte sich um 103 Plätze gegenüber der Startrangliste und beendete das Turnier erfolgreich. Andi wurde 281. Mit 4 Punkten verschlechterte sich gegenüber der Setzrangliste um 40 Plätze und ist mit seinen 4 Punkten leicht unter seinem selbst gesteckten Ziel (50%) geblieben. Wieder einmal hat das Orakel von der Ex-Säge Recht behalten!
