{"id":5306,"date":"2013-06-20T22:28:00","date_gmt":"2013-06-20T20:28:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schachclub-oberwinden.de\/wp3\/?p=5306"},"modified":"2013-06-20T22:28:00","modified_gmt":"2013-06-20T20:28:00","slug":"2-ortisei-open-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schachclub-oberwinden.de\/wp3\/2013\/06\/20\/2-ortisei-open-2013\/","title":{"rendered":"2. Ortisei Open 2013"},"content":{"rendered":"<p>Von MARIO:<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5309 alignright\" alt=\"Logo Ortisei\" src=\"http:\/\/www.schachclub-oberwinden.de\/wp3\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Logo-Ortisei.gif\" width=\"182\" height=\"207\" \/><\/p>\n<p>Vom 01.06. bis zum 10.06. fand dieses Jahr wieder das St.Ullrich-Open in S\u00fcdtirol statt. Wie schon erwartet, fand sich ein starkes Teilnehmerfeld von 60 Spielern zur ersten Runde, gesetzt war ich Nr.47. Das Turnierziel? Nun ich hatte keines, ich wollte einfach Spa\u00df am Schachspielen haben und die Woche in St. Ullrich genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Zur ersten Runde bekam ich eine polnische Gro\u00dfmeisterin mit einer Elo-Zahl von ca. 2370. Sie dominierte von Anfang an nach einer Ungenauigkeit meinerseits die Partie, ich sah kein Land mehr und musste mich nach gut 50 Z\u00fcgen geschlagen geben.<\/p>\n<p>Zur zweiten Runde stiegen 6 neue Spieler ins Turnier ein, einer davon war mein Gegner (Elo:2186). Diese Partie sollte sehr kurios verlaufen. Mein Gegner verbrauchte in den ersten 20 Z\u00fcgen sehr viel Zeit, sodass er f\u00fcr die restlichen 20 Z\u00fcge bis hin zur Zeitkontrolle gerade einmal 25 Minuten + 30 Sekunden Aufschlag pro Zug hatte. Genau um diesen Zeitpunkt herum wurde die Partie sehr kompliziert, da ich einen Turm f\u00fcr Angriff geopfert hatte. Da mein Gegner starke Zeitnot hatte, war ich am Ende der Gl\u00fccklichere und gewann das daraus resultierende Endspiel.<\/p>\n<p>Doch nun die dritte Runde. Ich bekam den gleichen Gegner mit der gleichen Farbe zur selben Runde wie letztes Jahr (2141). Dummerweise verlor ich damals. Und wie konnte es anders sein? Auch das Ergebnis war gleich. Ich erwischte keinen guten Tag, tat mich schwer mit der Variantenberechnung und \u00fcbersah eine dynamische Fortsetzung meines Gegners, welches sein L\u00e4uferpaar zur vollen Entfaltung brachte und mich schlussendlich die Partie kostete.<\/p>\n<p>Sollte nun, wie auch letztes Jahr, die 4. Runde die positive Wende bringen? So war es! Wieder wie in bisher allen Partien gewann auch hier Schwarz. Mein Gegner spielte eine eher seltene Variante. An einem Punkt \u00fcberzog er die Stellung und opferte einen Bauern f\u00fcr Angriff. Jedoch wurde der Angriff schon bald neutralisiert, sodass ich nun Druck machen konnte und bald schon eine zweite Dame. Somit waren die 50% wieder hergestellt.<\/p>\n<p>Jetzt Runde 5. Mein Gegner (DWZ ca.2220) war zuletzt gut in Form und spielte in Baden-Baden ein Turnier mit einer Performance von 2350. Doch ich wollte einfach nur Schach spielen und habe den Rest ausgeblendet. Die Partie lief zuerst ziemlich gut, mein Gegner k\u00e4mpfte die ganze Zeit um Ausgleich und meine Stellung spielte sich von alleine. Doch wirklich gewonnen war die Partie nicht und es war schwierig, auf Gewinn zu spielen, sodass ich \u00fcberzog und auf einmal mein Gegner wieder ins Spiel kam. Doch nach sehr langem Kampf blitzten wir zum Schluss, mein Gegner stand wieder etwas schlechter und machte daraufhin noch ein-zwei Fehler, sodass ich doch noch gewann. Die Wende war somit geschafft, das Turnier lief exzellent.<\/p>\n<p>In der 6.Runde bekam ich wieder eine WGM mit \u00e4hnlicher Elo-Zahl wie die Gegnerin der ersten Runde. Die Partie wurde immer komplizierter und nachdem ich eine Chance ins Remis abzuwickeln verpasste, spielte ich an einem Punkt zu schnell und verlor das hoffnungslose Endspiel 2 aktive T\u00fcrme +Springer gegen schwachen L\u00e4ufer und Dame.<\/p>\n<p>6 Partien gespielt und kein einziges Remis, lag das einzig und allein an meiner Einstellung? Und tats\u00e4chlich riss auch noch diese Serie im Turnier. Mit Wei\u00df wurde ich einem serbischen Spieler (ca.2150) zugelost. Ich kam nicht so gut aus der Er\u00f6ffnung raus und k\u00e4mpfte die ganze Partie nur noch um Remis, welches schlie\u00dflich auch in einem zerfahrenen Endspiel erreicht wurde.<\/p>\n<p>Nun also Runde 8. Es war klar, falls ich gegen meine Gegnerin aus Paraguay (2100) gewinnen w\u00fcrde, ist das Turnier sehr gut verlaufen. Sie spielte die ersten Z\u00fcge sehr schnell, da kam das Live-Brett schon gar nicht mehr mit, der Schiri schaute bedr\u00f6ppelt auf das Partieformular meiner Gegnerin und musste es mitnehmen. Nach einer halben Stunde waren schon gut 20 Z\u00fcge gespielt. Es war nun ein Endspiel, in welchem ich einen Minusbauern hatte, daf\u00fcr aber Kompensation in Form von schwarzen Feldern und die schwache Bauernstruktur des wei\u00dfen Damenfl\u00fcgels besa\u00df. Nachdem ich meinen Bauern zur\u00fcck gewonnen hab kollabierte die wei\u00dfe Stellung sehr schnell und der Punkt war gewonnen. Dennoch bleibt anzumerken dass meine Gegnerin trotz des Partieverlustes bei der Analyse \u00e4u\u00dferst freundlich war, sich sogar f\u00fcr Partie und Analyse bedankt hat. Eine sehr sch\u00f6ne Geste meiner Gegnerin, verdient auf jeden Fall gro\u00dfen Respekt.<\/p>\n<p>Mit R\u00fcckenwind und einer gro\u00dfen Portion M\u00fcdigkeit (Spielbeginn 1. bis 8.Runde: Jeweils 15.00 Uhr, Spielbeginn 9.Runde: 9.30 Uhr) ging es nun gegen einen italienischen Spitzenjugendspieler (2320), ein Jahr j\u00fcnger als ich. Doch dieser Tag war einfach zum Vergessen. Es ging schon damit los, dass ich mich mit dem Spielbeginn um eine halbe Stunde vertan habe. Somit stand ich erst einmal vor verschlossenen T\u00fcren. G\u00e4hnend wartete ich nun bis zum Partiebeginn. Doch nun zur Partie: \u00dcberraschenderweise \u00fcberspielte ich meinen Gegner ein bisschen und bekam eine Angriffsstellung aufs Brett. Zudem hatte mein Gegner schon nach 20 Z\u00fcgen nur noch weniger als 20 Minuten auf der Uhr, au\u00dferdem eine Stellung, in welcher er nur am Verteidigen war. Es schien die gro\u00dfe Sensation in der Luft zu liegen, ein Sieg gegen solch einen Gegner w\u00e4re nat\u00fcrlich bombastisch gewesen. Doch seine wahren Qualit\u00e4ten spielte er ab dem 20.Zug aus. Ich griff etwas \u00fcberm\u00fctig an und verkomplizierte die Stellung, auch aufgrund der Zeitnot meines Gegners. Dabei lief ich voll ins offene Messer. Mein Gegner fand trotz Zeitnot exzellente Verteidigungsz\u00fcge. Er k\u00e4mpfte hervorragend, mein Vorteil war dahin. Doch auf einmal ging gar nichts mehr bei mir, ich h\u00e4tte mich auch genauso gut eine Runde schlafen legen k\u00f6nnen. Kurz vor der Zeitkontrolle griff ich gr\u00fcndlich daneben und \u00fcbersah was Dreiz\u00fcgiges, was mich Figur und Partie kostete. Dennoch tat dies nach kurzfristig aufkommender Entt\u00e4uschung der Zufriedenheit keinen Abbruch, da das Turnier Alles in Allem exzellent verlaufen ist. Einer der Gr\u00fcnde war sicherlich das ausgegebene Ziel f\u00fcr das Turnier (Spa\u00df am Schach). Doch sicherlich hat die Partie der zweiten Runde schon den Ausschlag gegeben, wie das Turnier in etwa verlaufen wird. Ich kann nur jedem empfehlen dieses Turnier mal zu spielen, die Gastgeber und auch generell die Einheimischen sind stets sehr freundlich und verstehen sehr viel Spa\u00df. Gewonnen hat das Turnier verdient nach hartem Kampf GM Nisipeanu, Liviu-Dieter mit 7 aus 9 vor dem russischen GM Sergei Volkov (7) und GM Igor Khenkin (6.5).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.server24chess.com\/wwwOrtisei2013A\/crosstablescore.html\" target=\"_blank\">\u00a0Ergebnisse<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von MARIO:<\/p>\n<p>Vom 01.06. bis zum 10.06. fand dieses Jahr wieder das St.Ullrich-Open in S\u00fcdtirol statt. Wie schon erwartet, fand sich ein starkes Teilnehmerfeld von 60 Spielern zur ersten Runde, gesetzt war ich Nr.47. Das Turnierziel? 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