September 2019
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Schachaufgabe

Archiv SCO

II. Mannschaft: Hart erkämpfter Auftaktsieg in fürstlichem Ambiente

Nach einer gut einstündigen Anfahrt an einem herrlichen Spätsommertag durch den schönen Schwarzwald trafen unsere beiden Mannschaftsteile in zwei PKWs pünktlich und gut gelaunt in Schwenningen zur ersten Runde dieser Saison gegen den SC Villingen-Schwenningen ein. Unsere Saisonziele sind adäquat gesteckt: Wie auch in der letzten Saison möchten wir vorne mitspielen beziehungsweise sogar den Aufstieg in die Landesliga anvisieren. Bezüglich der Papierform sah es bei der Aufstellung für uns schon einmal recht gut aus, wobei sich der deutliche DWZ-Vorsprung von im Mittel 67 mit je fast 200 DWZ auf die Bretter 1, 2 und 4 konzentrierte, die insofern für den erhofften Auftaktsieg mit einem „statistischen Erwartungsergebnis“ von je 0,75 also „liefern“ bzw. zusammen 2 1/4 Punkte erzielen „mussten“.
Der sonst eher zwiespältig zu bewertende Spielort „Schule“ bot in Schwenningen eine erste, sehr positive, Überraschung: Statt z. B. in einem müffelnden dusteren Turnsaalvorraum oder im Klassenzimmer an zu niedrigen Tischen spielte man in einer holzgetäfelten Aula auf! In diesem riesigen (jeder hatte einen 1,6 m breiten Tisch für sich alleine…), von der durch Vorhänge gut gefilterten Sonne gut beleuchteten, ideal temperierten und leisen Spielsaal – was man in dieser Kombination wirklich selten antrifft – ging es dann mit leichter Verspätung gegen 10:15 endlich los. Unsere Zielerreichung erwies sich indes als weitaus schwieriger als die 4,7 : 3,3-Prognose vom BSV Ergebnisdienst: Lediglich unser Mannschaftsführer Peter konnte in souveräner Manier nach 2 h Spielzeit an Brett 7 den ersten Punkt einfahren. Erst gut 1,5 h später bzw. kurz vor 14:00 remisierte, in zuvor aussichtsreicher Mehrbauernposition, Michael, der Sitznachbar des Autors dieser Zeilen, an Brett 3 zum 1,5: 0,5. Noch vor 14:00 debütierte unser Neuzugang Miralem erfolgreich am zweiten Brett und auch Friedhelm an Brett 1 erfüllte seine vorgenannte „Pflicht“ zum 3,5 : 0,5 für uns . Wie auch seine späteren Analysen anderer Partien zeigten, ist Miralem eine tolle Verstärkung für unsere Zweite. Angesichts des „fast gewonnenen“ Spielstands wollte Brett 4 dann seine Gewinnpartie (Computeranalyse: +4,X-Vorsprung…) mit einem „sensationellen“ Turmopfer „krönen“, zum Entsetzen zuschauender Mannschaftskollegen. Die hierfür erforderlichen taktischen Berechnungsfähigkeiten waren aber, primär aufgrund der Hybris eines bis zum 59. Zug fast perfekt vorgetragenen Albins Gegengambit, offenbar emotional stark kompromittiert, denn, wie die Computeranalyse später zeigte, lieferte der 60. Zug nicht den finalen Schönheitspreis, sondern den sicheren Weg ins Remis und hätte im 74. Zug, nach einem derben Endspiel-Königszugpatzer, sogar noch zum Verlust führen können , was der seit dem 30. Zug stets in Zeitnot agierende Gegner aber Gottseidank übersah. 
Da unser Fuchs an Brett 8 inzwischen einen wichtigen halben Punkt beigesteuert hatte, stand aber an Brett 4 kurz vor 15:00 mit dem 80. Zug aufgrund „Randbauer gegen König davor“ dann doch der Mannschaftssieg endlich fest. Jens an Brett 5 konnte daher unbelastet bis kurz vor 16:00 weiterkämpfen; er musste dann aber, nach ebenfalls mehr als 70 Zügen, leider mindestens einen halben Punkt liegen lassen, wie wir auf der Rückfahrt dank der Unterstützung von Miralem herausfinden konnten. Summa summarum also ein gelungener Auftakt und nach langem Kampf: BSV-Prognose verifiziert und Ziel erreicht – wobei es sogar noch 1 bis 2 Punkte mehr hätten werden können. Last but not least bestätigte der Autor dieser Zeilen, dass Hochmut vor dem Fall kommt, wobei dieser Dank Gegners Hilfe diesmal für ihn und die Mannschaft wenigstens weich ausfiel. Das nächste Mal: Auch eine schöne Partie bitte „unschön“ aber sicher nach Hause bringen 😉

Der Bericht der Villinger-Schwenninger Schachfreunde findet sich unter https://schachclub-vs.de/ (nach unten scrollen unter “Gelungener Start in die neue Verbandsrunde”.

Martin Hess

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