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Schachaufgabe

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Schweizer Turniere sind auch nicht mehr das, was sie mal waren…

von Martin Hess und Alex Lang

Am 21.07.19 fand im Rahmen des zweiwöchigen Bieler Chessfestivals das erste von 2 von mir (Martin Hess) präferierten Turnieren – Motto: „Hauptsache schnell…“ – statt: Das Rapidturnier (https://www.bielchessfestival.ch/Tournaments/Open-Tournaments/Rapid-Tournament.html, 15 min+ 5s/Zug). 

Im Gegensatz zu den Vorjahren machte dieses Turnier diesmal keinen SpaĂź – was weniger an relativ zum wie ĂĽblich sehr stark besetzten internationalen Feld bescheidener eigener „Spielkunst“ als vielmehr an einer diesmal so gar nicht schweizerischen Turnierorganisation lag: Man fing deutlich verspätet an, wobei dann dennoch viele Spieler noch nicht auf der Startrangliste standen, dafĂĽr aber Andere (so wie auch ich mit Vorname, Name und Name, Vorname …) doppelt, so dass die zweite Runde, nach einer unvorhergesehen Zwangsmittagspause (um Ordnung in das Chaos zu bringen) dann erst um 13:00 fortgesetzt wurde. So zogen sich die 9 Runden bis nach 20:00 hin, wobei zudem im Turniersaal trotz Klimatisierung in tropisch schwĂĽler Luft gespielt wurde. „Gekrönt“ wurde das Turnier dann mit der Preisvergabe, wo, wie auch schon im Vorjahr, z. B. ein internationaler Titelträger mit einem Ăś2383er ELO-Rating in Personalunion einem unter 1984er-Rapidrating die – doch eigentlich eher fĂĽr Otto-Normalschachspieler gedachten? – Ratingpreise abräumen. Mit 3 aus 9 konnte ich, trotz eher lauer Performance, zwar noch meinen 165er-Startrangplatz ins Niemandsland als 134. von 178 Teilnehmern verbessern, aber die beste Erinnerung an den Tag blieb letztlich dass Sonntags wenigstens das sonst teure Parken kostenlos ist und ein, eigentlich unverdientes 😊, „Steak de Cheval Ă  la Parisienne“ in einem nahegelegenen Restaurant nach Turnierende. Detaillierte Turnierergebnisse gibt es hier: http://chess-results.com/tnr457125.aspx?lan=0&art=4 und https://www.bielchessfestival.ch/Tournaments/Open-Tournaments/Rapid-Tournament.html.

Eine Woche später fand Martin’s zweites Lieblingsturnier das Bieler Blitz statt https://www.bielchessfestival.ch/Tournaments/Open-Tournaments/Blitz-Tournament.html . Da Alex Lang selber gerne blitzt, hat er Martin begleitet und muss anerkennen, die Turnieratmosphäre ist schon besonders. Ordentlicher klimatisierter Spielsaal, genug Platz, Paralleles Blitzturnier mit SpitzengroĂźmeister ĂĽber 2700 ELO wie z.B. Sam Shankland oder Santosh Vidit. Bekannter, aber nicht mehr ganz so stark Ex-Vizeweltmeister Peter Leko. Etwas fĂĽr Gutsichtige war die Rundenauslosung, die jeweils zĂĽgig durchgefĂĽhrt aber aufgrund der 190 Teilnehmer an der Projektionswand nur schlecht zu lesen war.

Das Blitzturnier war als Schweizer Blitzmeisterschaft sehr international besetzt, darunter zahlreiche Spieler aus Indien und Indonesien. Diese Spieler, obwohl mit einer ELO versehen, waren schlicht und einfach nicht einzuschätzen. So verlor Alex in der ersten Runde als favorisierter Spieler seine Auftaktpartie gegen einen 12-jährigen Russen. Danach holte er zwar zwei Punkte, worauf allerdings vier Niederlagen folgten. Mit 2 aus 7 zur ‘Halbzeit’ war das Ergebnis sehr bescheiden. Bedenkt man, dass Wertungsmäßig nur ein Gegner besser war, GM Florian Jenni, kann man die Ausbeute miserabel nennen.

Zu diesem Zeitpunkt lag Martin mit 3,5/7 auf gutem Kurs um sein Ziel, einen guten Platz im Rating bis 2000, nicht aus den Augen zu verlieren. Die zweite Hälfte lief für Martin nicht mehr ganz so gut, mit 6 Punkten aus insgesamt 13 Partien konnte er aber seinen Startrang von 122 auf 113 wie auch seine Blitz-Elo verbessern. Den Ratingpreis bis 2000 im Blitz zu gewinnen war schier unmöglich, da auch hier der Preis von einem indischen IM ELO 2419 / Blitz-ELO 1874 abgeräumt wurde.

Bei Alex lief die zweite Hälfte genial. Aus den verbliebenen 6 Runden holte Alex 6 Punkte und konnte durch einen Schlußrundensieg gegen das junge Schweizer Talent FM Noah Fecker, der auch für Gottmadingen in der Verbandsliga spielt, noch in die Preisränge vordringen. Mit 8 Punkten und dem 43. Platz, lediglich einen halben Punkt weniger als die deutsche Nachwuchs-Hoffnung IM Vincent Keymer, verbesserte er seinen Startrang 74 deutlich. Leider musste er aufgrund des schlechten Starts ein paar Blitz-Elo liegen lassen.

Ergebnisse: http://chess-results.com/tnr457128.aspx?lan=0&art=1&rd=13

Den Blitztag liesen Martin und Alex noch im schönen Neuchatel mit einem schönen Abendessen und einem Glas Wein ausklingen.

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