Schachclub Oberwinden 1957 e. V.

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Schach wie vor 300 Jahren

December 30th, 2009 by meyerpe

Im folgenden möchte ich eine Partie von der 4. Verbandsrunde an Brett 1 der Bezirksklasse Ettenheim 1 – Oberwinden 3. präsentieren  Für Martin Hess wäre dies eine Glanzpartie geworden, hätte er die Gewinnfortsetzung im 17. Zug gesehen…Schade, trotzdem eine außergewöhnliche Partie auf historischer Grundlage.

Hess,Martin (1659) – Mallee,Holger (1902) [C35]
Ettenheim-SCO III 4:4 (4.1), 13.12.2009
[Peter Meyer ] “Klick” auf Diagramm=> vergrößern

1.e4 e5 2.f4 Das Königsgambit wurde bereits im ersten Schachbuch von Lucena im Jahre 1497 erwähnt. Besonders im 18. und 19 Jahrhundert war das Königsgambit eine äußerst gefürchtete Eröffnung. Am 21. Juni 1851 spielten Adolf Anderssen und Lionel Kiseritzky die sogenannte unsterbliche Partie. Heutzutage trifft man das Königsgambit nur selten in der Weltspitze an. Anfang 2000 überraschte Alexander Morozevic des Öfteren seine Gegner mit diesem Gambit. Auch andere Weltspitzenspieler wenden das KG gelegentlich an. 2…exf4 3.Sf3 Le7 Das ist die sogenannte Cunningham-Verteidigung. Mit dem Läuferzug treibt Schwarz seine Entwicklung voran und hält sich die Option offen, später den Läufer nach h4 zu ziehen um Schach zu geben, womit die gegnerische kurze Rochade verhindert werden soll. 4.Lc4 Lh4+ 5.g3 fxg3 6.0–0 gxh2+ 7.Kh1 bertin-gambitDas ist das berüchtigte 3-Bauern-Gambit oder Bertin-Gambit. Erstmals wurde es in einem Manuskript eines gewissen Caze von 1706 und dann in dem Schachbuch von Joseph Bertin erwähnt, das 1735 in London erschien. Weiß hat nun zwar drei Bauern weniger, dafür aber großen Entwicklungsvorsprung und drückt stark gegen das Feld f7 im schwarzen Lager. 7…d5 Schwarz muss sich genau verteidigen, das Beste ist vermutlich, mit 7. … d7-d5 einen Teil des Materials zugunsten der Entwicklung der eigenen Kräfte zurückzugeben. 8.Lxd5 Lf6?! Hier findet Schwarz nicht die beste Verteidigung. Allerdings ist die folgende Abwicklung am Brett schwer zu finden. [8...Sf6 9.Lxf7+ (9.Sxh4 Sxd5 10.exd5 Dxh4) 9...Kxf7 10.Sxh4 Te8 11.d3 Kg8] 9.Sc3 Sh6?! Die folgende Entwicklung erscheint natürlicher. [9...Se7 10.Lb3 Sbc6 11.d4 Sg6 12.e5 Le7] 10.d4 Tf8 11.Lxh6 gxh6 12.Dd3 c6 13.Lb3 Sa6 14.e5 Le7 15.Dxh7 Le6 16.Lxe6 fxe6 Hess-GewinnzugBis hierhin hat Weiss perfekt gespielt. Doch nun verpasst er die entscheidende Gewinnfortsetzung. 17.Dg6+? [17.Sh4 das gewinnt! Alle Figuren wollen bei der (Angriffs-)Party dabei sein. Schwarz bricht auf der 7. und 8. Reihe ein 17...Dd7 (17...Txf1+ 18.Txf1 Dc7 19.Dg8+; 17...Lxh4 18.Txf8+ Kxf8 19.Tf1+ Ke8 20.Df7#) 18.Sg6 Txf1+ 19.Txf1 Kd8 20.Sxe7 Dxe7 21.Tf7] 17…Kd7 jetzt entkommt der schwarze Monarch 18.Se4 Sc7 19.Sxh2 Tg8 20.Df7 Kc8 21.Sd6+ Kb8 22.Dh7 Th8 23.Dg7 Tg8 24.Dh7 Th8 ½–½schlusstellung
In Anbetracht des für ihn sehr schwierigen Partieverlaufs nahm Schwarz die Zugwiederholung gerne an. Bei “cooler” Betrachtungsweise, hätte er auch weiterspielen können. [24...Lxd6 25.exd6 Sb5 26.Tg1 Th8 27.Df7 Sxd6 28.Dxe6 Te8 29.Dxh6 a6 analysestellungund plötzlich steht der schwarze König relativ sicher und der Weiße unsicher. Dafür hat Weiß aber einen Mehrbauern, obwohl er zu Beginn 3 geopfert hatte! Eine zweischneidige Stellung - Ausgang ungewiss]

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Doppelter Pokalaus für Alexander Lang

April 23rd, 2009 by Alex

Innerhalb einer Woche bestritt Alexander Lang das Finale des Elztalpokals, wie auch das Halbfinale im Bezirkseinzelpokal. Im Elztalpokal hatte er mit den schwarzen Steinen immer eine leicht schwächere Stellung, vermied dann den Damenabtausch, da er danach auch noch mindestens einen Bauern weniger gehabt hätte. Kurioserweise hätte sein Gegner, Frank Goldschmittböing aus Waldkirch nach dem Damentausch Remis bieten wollen. So aber wurde weitergespielt und der Waldkircher konnte seine Stellung immer verbessern, bis sie für Alexander Lang nicht mehr zu halten war.

Im Bezirkseinzelpokal hatte Alexander Lang die weißen Steine und kam gegen den Dreisamtäler Max Scherer hervorragend aus der Eröffnung heraus. Just in dem Moment als er einen Bauer gewann und sein Gegner ein Springer opferte, verlor Alexander Lang total den Faden. Anstatt den naheligenden Zug zu wählen und eine deutlich gewonnene Stellung zu haben, sah er rein gar nichts mehr und verlor umgehend. Schade

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Vereinsmeistersimultan mit Eddi Kais

January 30th, 2009 by meyerpe

Zum Jahresbeginn stand das traditionelle Vereinsmeistersimultan auf dem Programm. Vermutlich wegen der Grippewelle forderten nur  7  Spieler den Vereinsmeister Edgar Kais heraus. Erfreulich dabei, dass Markus Wernet mit von der Partie war. Er geht ja in seiner neuen Heimat Mainz auf Punktejagd und berichtet im Forum regelmäßig über seine Ergebnisse. Beim Simultan drehte Eddi  die Runden so schnell, dass die Gegner kaum zum Nachdenken kamen. Allerdings räumte er allen beliebig oft ein “Weiter” ein. Abgelenkt durch seinen Nachbarn, lies Harald die Dame stehen und gab auf. Doch er durfte den Einsteller zurücknehmen, weiterspielen und konnte die Partie dann gewinnen, so dass diese Begegnung 1:1 ausging. In einer scharfen Partie mit gegenseitigen Rochaden hatte dann Peter Meyer das bessere Ende für sich. Auch Markus Oswald stand von Beginn an besser und holte ebenfalls einen Sieg. Martin Wissler gab zwischenzeitlich eine Figur ab, setzte aber anschließend alles auf eine Karte und konnte noch gewinnen. Sinan Kok und Eddi einigten sich gütlich auf remis. Aber nun kam Eddi’s starke Phase. Auf  die Partie gegen Sebastian Völker hatte er alle seine Konzentration gelegt. Mit schönen Kombinationen gewann Eddi mehrere Bauern und setzte dies dann auch im Endspiel sicher durch. Auch gegen Markus Wernet kam Eddi auf die Siegerstraße und erreichte damit ein 3,5:3,5 bzw. 3,5:4,5. Simultan ist äußerst schwer zu spielen und wer es nicht glaubt, soll Vereinsmeister werden und es selbst mal ausprobieren.
Sinan Kok 1/2
Markus Wernet 0
Sebastian Völker 0
Markus Oswald 1
Harald Schomas 0 + 1
Peter Meyer 1
Martin Wissler 1

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Platin-VIP’s

November 23rd, 2008 by Alex

Der Tag begann mit einem exzellenten Fruehstueck und einem Schneesturm. Nichtsdestoweniger sassen wir puenktlich an den Brettern und warteten auf die uebermaechtigen Gegner. Andi gab seine Platin-VIP-Karte das noetige Selbstbewusstsein um gegen den 2184er das Koenigsgambit zu wagen. Nach etwas schlechterer Eroeffnungsstellung konsolidierte er sich mehr und mehr und schaffte es in ein Turmendspiel mit zwei gegen einen Bauern das Peters Aussage: “Turmendspiele sind immer Remis” voellig gerecht wurde.

Alex hatte sich gegen den FM Slawisch aufgebaut und verlor recht frueh einen Bauern. Diesem hechelte er die ganze Partie nach. Doch der FM spielte sicher, lies nur noch einen kleinen Gegenstoss zu und gewann nach 65 Zuegen.

Der von Hoehepunkten gespickte Tag ging nach einer zweistuendigen Pause mit dem Einzug der Olympiamannschaften weiter. Dank unserer Platin-VIP-Karte durften wir in den inneren Spielbereich und genossen es, dass die ganzen Stars, aber natuerlich auch die huebschen Maedels der unterschiedlichsten Schachnationen an uns vorbeiliefen und direkt vor unseren Augen die Steine setzten. So konnten wir z.B. Herrn Sweschnikow seinen Sweschnikow spielen sehen und litten mit dem Team der Seychellen, das wir kurz zuvorkennengelernt hatten, bei der 1,5 zu 2,5 Niederlage gegen die Bermuda Inseln mit.

Roy Philips

Roy Philips

Uebrigens, liebe Gruesse von Roy Philips (1. Brett von Mauritius) speziell an Basti, aber auch an alle anderen Oberwindener, die er bei einem Blitzturnier im Adler kennengelernt hat. Scheinbar haben unser “viel Erfolg” zum Start der Runde die ganze Mannschaft mitgerissen, da sie mit 3:1 gegen die Jersey Inseln (was es nicht alles an Schachnationen gibt!) gewannen.

Die Platin-VIP-Karte hat wie alles im Leben auch Nachteile: 1. Man wird staendig von irgendwelchen Top-Spielern angerempelt, die aufs Klo rennen. 2. Wegen 3. ist es schwierig die wirklich super interessanten und lustigen Kommentare von Klaus Bischoff zu verfolgen. 3. Staendig rennt man in die VIP-Lounge um sich noch ein Haeppchen zu goennen. Als kleiner Eindruck ein paar Koestlichkeiten die es gestern gab: Schwaenze von Riesengarnelen, gefuellte Partytomaten, griechischer Kaese in Lorbeerblaettern, Parmaschinken mit Melonen, verschiedene Pastetchen, Braten mit Knoedel und Rotkraut, Salate, verschiedene Kuchen, und nicht zu vergessen, ein Schnapsglaesschen mit Cognac und Pudding. 4. Uebertragung der Fussball-Bundesliga in der VIP-Lounge war ohne Ton. 5. Die VIP-Lounge ist ziemlich ueberfuellt. So musste selbst Ex-Weltmeister Anatoly Karpov warten, bis wir durch die Tuer waren.

Als letzten Hoehepunkt des Tages gab es noch das Musical Chess in der Staatsoperette Dresden. Diese sprueht so richtig den Charme der 60er, 70er Jahre aus. Was richtig gut zu diesem Musical passt, das ja in dieser Zeit spielt.

Da aufgrund der langen Fahrt zur Staatsoperette (einmal quer durch Dresden) der gestrige Bericht ausfallen musste, nutzen wir die “Mittagspause” um euch auch noch unsere Resultate des Tages: Andi schien mit Wagar Ahmad Madni (2051) eine loesbarere Aufgabe zu bekommen. Leider weigerte sich der Gegner zu erscheinen. Ob das am Samstaeglichen Alkoholkonsum, dem Schneechaos auf den Strassen, oder einem islamistischen Sonntagspielverbot zuzuschreiben ist, lies sich leider nicht klaeren. Auf jeden Fall hatte Andi kampflos einen Punkt gewonnen. Alex’s Gegner (1871) ruehrte schon frueh den Beton an und versteckte sich hinter einem Stonewall. Mit Weiss versuchte Alex zwar irgendwie durchzukommen, lehnte Remis ab, um anschließend dann doch noch in eine schlechte Stellung zu kommen. Das zweite Remisangebot des Gegners konnte er dann nicht mehr ablehnen.

Ex-Vize-Weltmeister Peter Leko

Ex-Vize-Weltmeister Peter Leko

Auch heute werden wir uns wieder eine Platin-Karte goennen. Was natuerlich nicht am gestrigen Brett 4 der Schweizer Damen Nationalmannschaft liegt, sondern an der Moeglichkeit beim durchstreifen der Tischreihen (wie bei einem Heimkampf im Pfarrsaal) 2700er Luft zu schnuppern und den “Kollegen” ueber die Schulter zu schauen.

Tschuessi

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Knappe Niederlage gegen den Bereichsliga-Absteiger aus Emmendingen

November 3rd, 2008 by meyerpe

Bericht von Mannschaftsführer Peter Pauk:

Oberwinden II  -  Emmendingen I   3.5: 4.5
Knappe Niederlage gegen den Bereichsliga-Absteiger aus Emmendingen

Mit sehr guter Aufstellung und zuversichtlich ging man in den Verbandskampf war man doch am jeden Brett DWZ-mäßig besser. (Aber was heisst das schon) Sebastian Völker sorgte mit seinem frühen 1:0 gegen Altmeister Kaufmann für Freude. Mit seinem souveränen Angriffspiel zwang er seinen Gegner zu Fehler, die dann auch sehr schnell zur Aufgabe führten. Irgendwie dachte man wohl ein Sieg und 7 remis das wäre der Sieg, denn in kurzen Zeitabständen gab es 3 Remis hintereinander. Andreas Wernet spielte eine ruhige Partie in der viel abgetauscht wurde und so zum remis führte.  Holger Blattmann kam mit Weiß nicht zu seinem gewohnten Angriffspiel, stand schlechter und mogelte sich dann noch zum remis. Bernhard Schmitt, nach langer Zeit mal wieder an einem Verbandsspiel am Brett spielte mit Schwarz eine sichere Partie zum remis. Aber nun gingen die Bretter 7 und 8 Christian Riotte und Michael Weber nach hinten los. Christian sah sich von Anfang an unter Druck, stand schlechter und musste sich geschlagen geben. Michael Weber unser sicherster Spieler hatte ein 3 Figuren Spiel mit seinem Gegner. Aber anstatt auf Sicherheit zu spielen wollte er was wagen – leider zuviel, denn er verlor eine Figur und somit auch die Partie. Nun hing es an Raphael Grandidier und Peter Pauk noch aus der drohenden Niederlage ein Mannschaftsremis oder gar noch einen Sieg zu erreichen. Raphael erkämpfte sich in einem Turmläuferendspiel einen Bauern. Es kam jedoch zu einem Turmaustausch und mit ungleichen Läufern wurde es zum remis. Peter lehnte ein Remisangebot des Gegners ab, konnte sich aber auch nicht mehr durchsetzten und musste zum Schluss noch von Glück reden, nicht verloren zu haben. Ein kleiner Dämpfer, der uns nicht ärgern sollte sondern eher aufbauen, um dann beim Tabellenführer Bad Krozingen bestehen zu können.

  5 Oberwinden 2 1877   Emmendingen1 1762  
1 10 Grandidier,Raphael 2000 1 Wasmer,Sven 1844 ½ ½  
2 11 Völker,Sebastian 1970 2 Kaufmann,Helmut 1935 1 0  
3 15 Wernet,Andreas 1859 4 Roos,Markus 1801 ½ ½  
4 16 Pauk,Peter 1868 5 Pena,Tomas 1729 ½ ½  
5 17 Schmitt,Bernhard 1918 6 Gens,Toni 1800 ½ ½  
6 18 Blattmann,Holger 1836 9 Fleischer,Joachim 1779 ½ ½  
7 19 Riotte,Christian 1793 10 Grohmüller,Bruno 1593 0 1  
8 20 Weber,Michael 1770 13 Frank,Torsten 1618 0 1  

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